Ein junger Mann wollte heiraten, doch er fand keine Frau. Da weinte er sehr und zog sich in die Einsamkeit zurück. Eines Tages kam er an eine große Wasserstelle. Er zog sich aus, ging ins Wasser und wusch sich. Als er wieder aus dem Wasser kam, sah er ein Mädchen nahe bei seinen Kleidern sitzen. Er erschrak, doch dann fragte er sie: "Woher kommst du?" Sie antwortete: "Ich komme von zu Hause!" Als er wissen wollte, wo ihr Zuhause sei und wohin sie ginge, erklärte sie ihm, dass sie aus der Höhe zu ihm gekommen wäre. Nun wollte der junge Mann den Grund ihres Kommens erfahren, und sie erklärte: "Die Unseren sagten: 'Geh für ihn kochen, er dauert uns, denn er ist Junggeselle. '" Als die beiden abends in das Dorf des jungen Mannes kamen, fragten dessen Eltern, wer das junge Mädchen sei. Da erzählte er ihnen, was er erlebt hatte, und dass sie seine Frau werden wolle. Die Eltern freuten sich sehr und gaben ihr den Namen 'Aus-der-Höhe-Gekommene'.
Das Mädchen kochte für den jungen Mann und wurde seine Frau. Bald war sie schwanger. Die Eltern des jungen Mannes wollten nun, dass sich das Mädchen bei ihren eigenen Eltern vorstelle. Doch sie weigerte sich und sprach: "Mein Zuhause besucht man nicht! Gehe ich wieder dorthin, kann ich nicht mehr zurückkehren." Die Schwiegereltern aber gaben sich nicht zufrieden und fragten: "Was ist das für eine Frau, die keine Eltern hat?" Auch ihr Mann plagte sie und verlangte: "Wir wollen deine Eltern besuchen!" Bald darauf gebar die junge Frau einen Knaben, und er erhielt den Namen 'Aus-der-Höhe-Gekommener'. Nun drängten die Schwiegereltern die junge Frau von neuem: "Bring das Kind zu seinem Großvater." Doch sie weigerte sich wiederum und erklärte, dass sie dann niemals mehr wiederkommen könne. Da wurden die Schwiegereltern zornig und sagten: "Du lügst! Bring den Knaben in deine Heimat, du wirst schon mit ihm wiederkommen." Die Frau weinte sehr, nahm ihr Kind auf den Rücken und machte sich auf den Weg. Ihr Mann begleitete sie. Als sie an der großen Wasserstelle angekommen waren, nahm die junge Frau das Kind vom Rücken, gab es dem Vater, grüßte ihn und stieg ins Wasser. Kurz darauf war sie verschwunden. Sie war zu Wasser geworden. Tief betrübt kehrte der Mann mit dem Kind zu seinen Eltern zurück und erzählte ihnen, was geschehen war. Da weinten sie bitterlich und bereuten sehr, dass sie ihre Schwiegertochter vertrieben hatten.

Quelle:
(Sotho)
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