Die Götter sprachen untereinander: "Die Menschen werden immer traurig sein, wenn wir nicht etwas schaffen, um ihr Herz zu erquicken, damit sie Freude am Leben auf der Erde haben und uns preisen, singen und tanzen."
Als Quetzalcouati dies vernahm, sann er bei sich darüber nach, wo er wohl ein Getränk fände, das man den Menschen schenken könnte, um ihnen Freude zu bereiten. Bei diesen Gedanken kam ihm eine göttliche Jungfrau namens Mayauel in den Sinn, die von ihrer Großmutter, der Göttin Tzitzimiti, behütet wurde.
Sofort begab er sich zu ihnen. Er fand sie schlafend, weckte die Jungfrau auf und sagte zu ihr: "Ich komme dich holen, um dich in die Welt zu geleiten." Sie war sogleich damit einverstanden, und beide stiegen vom Himmel herab, wobei er sie auf den Schultern trug.
Auf der Erde verwandelten sie sich beide in einem Baum, der zwei Äste hatte. Der eine Ast, der "Quetzalweidenbaum", war Quetzalcouati, der andere Ast, "Blumenbaum", war die Jungfrau Mayauel.
Als nun Tzitzimiti aus ihrem Schlafe erwachte und ihre Enkelin nicht mehr vorfand, rief sie sofort die anderen Göttinnen herbei, und alle stiegen zur Erde hinab, um Quetzalcouati zu suchen. In demselben Augenblick brachen die beiden Äste auseinander. Der Ast der Jungfrau wurde auf der Stelle von der alten Göttin erkannt. Sie ergriff ihn, zerbrach ihn und gab jeder der anderen Göttinnen ein Stück, das sie verzehrten. Den Ast Quetzalcouatls aber zerbrachen sie nicht, sondern ließen ihn liegen.
Sobald die Göttinnen wieder zum Himmel emporgestiegen waren, verwandelte sich Quetzalcouati wieder in seine alte Gestalt zurück. Er sammelte nun die Knochen der Jungfrau, die die Göttinnen verzehrt hatten, und verscharrte sie. Aus ihnen wuchs eine Pflanze empor, die man Meti, Agave, nennt und aus der man Wein bereitet, den man trinkt und mit dem man sich berauscht.


Quelle:
(Unbekannt-Mittelamerika-Azteken)

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