Ein Mann hatte einstmals einen Fisch gefangen, den man Stachelbauch oder Fugu nennt und für giftig hält. Er kannte dessen besondere Eigenschaften nicht recht und begann, ihn zum Mahle herzurichten, obwohl er doch nicht ohne alle Besorgnis war.
Während er mit dem Zubereiten des Fischs beschäftigt war, kam eine hungrige Katze, ergriff ein Stück von dem Fisch und lief damit davon. Der Mann verfolgte sie; sie lief deshalb in einen engen Spalt zwischen zwei Häusern, wo sie in Sicherheit war; das Stück Fisch hielt sie fortwährend im Maul.
Der Mann dachte nun, als er von der Verfolgung der Katze zu seiner früheren Beschäftigung zurückgekehrt war, dass seine Besorgnis wohl unbegründet gewesen sein müsse, denn wenn die schlaue Katze den Fisch nicht verschmähe, könne er ihm unmöglich schaden. Als sein Mahl fertig war, begann er daher, ruhig den Fisch zu verspeisen.
Die Katze aber hatte, nachdem sie ihre Beute in Sicherheit gebracht, doch auch einige Bedenken gehabt. Sie kam daher aus ihrem Versteck wieder hervor und sah zu, ob der Mann den Fisch auch wirklich verzehrte. Als sie nun sah, dass er ihn wirklich aß, da zögerte sie nicht länger und fraß ihr Stück ebenfalls.
Beide, Mann und Katze, starben elendiglich. So täuschen sich die schlauesten oft am allerleichtesten.

Quelle:
(Märchen aus Japan)
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