Ein Stolem, der zur Ostsee ging, traf einen anderen. Beide setzten sich hin, der eine auf der Oxhöfter Kampe und der andere auf den Steinberg, und fingen an, sich Geschichten von früher und heute zu erzählen. Schließlich sagte der eine: „Es sieht nicht gut für uns aus, die kleinen Kreaturen – die Menschen – werden uns wohl alle verjagen.“
Ermüdet nach so einem langen Gespräch, legten sich beide hin und schliefen ein.
Das sah ein Fischer. Er stopfte sich seine Hosentaschen voll mit Steinen und kletterte auf den größten Baum hinauf. Von da oben warf er einen Stein direkt auf die Stirn eines der Stoleme.
Der wachte auf und sagte zu seinem Kameraden: „Lass mich in Ruhe!“ Der, weil er von nichts wusste, entgegnete ihm nur, das er dumm sei, und nach einem kurzen Streit legten sich beide wieder hin und schliefen wieder ein.
Darauf warf der Fischer nochmals einen Stein, diesmal auf den Kopf des anderen.
Der Riese stand auf , schubste seinen Kameraden und sagte: „Lass mich in Ruhe!“
Da antwortete der: „Jetzt bist du wohl dumm geworden!“
Sie stritten sich wieder eine Zeit lang, zum Schluss schliefen beide jedoch ein.
Dann nahm der Fischer einen größeren Stein aus der Hosentasche und warf ihn auf die Nase der ersten Riesen. Das war dem dann zu viel des Guten, er stand auf und forderte seinen Gegner zum Kampf heraus.
Die schlugen sich erst in die Gesichter - was sich wie ein Donner anhörte. Danach gingen beide aus einander, fingen an, Bäume herauszureißen und wirbelten diese um die Köpfe.
Der Fischer bekam jetzt große Angst und bereute seinen Leichtsinn.
Zum Glück trafen die Riesen den Baum, auf dem er saß, nicht. Aber der entstandene Wind war so riesig, dass der Fischer sich mit all' seiner Kraft an einem Ast festhalten musste, um nicht herunterzufallen.
Die Gegner gingen noch mehr aufeinander los und bewarfen sich mit riesigen
Felsblöcken.
Das war der schrecklichste Kampf, den man sich vorstellen kann. Andere Riesen, die in Europa lebten, schauten zuerst nur zu, angelehnt an ihre Berge, mit der Zeit haben die sich aber auch an dem Kampf beteiligt.
Das war der letzte Kampf der Stoleme, danach starben fast alle aus. Die von den Bergen abgerissenen Gesteine sind heutzutage in vielen Ländern zu sehen. In Pommern und Pomerellen gibt es auch 'ne ganze Menge davon.


Quelle:
(Polen - Kaschuben)
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