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Berge werden durch vielfältige Opfer geheiligt. Die Lappen putzten einen großen Renbullen oder Renochsen mit allen erdenklichen farbigen Sachen, die wie Gold und Silber und Kupfer und viele anderen Farben aussahen. Und wenn sie das Geweih des Rens auf diese Weise geschmückt hatten, ließen sie es auf den Berg gehen. Es trug also nur erdenklichen Putz auf dem Geweih, und es war merkwürdig anzusehen. Sie brachten auch selbst dem Berg Opfer. Dadurch sollte der Berg heilig sein, daß sie ihm Tiere opferten.
Und dort hinauf sollte kein Mensch kommen, es sei denn zu Opferzwecken. Die Opferstelle war ein großer Stein oben auf dem Berg. Und sie führten das Opfer dorthin, damit der Ort ihr Verteidiger sein sollte. Und sie beteten zu dem Berg, wenn sie in Not waren.
Er war für sie wie ein Gott dieser Berg. Und sie versöhnten sich durch Gebete mit ihm.
Auf dem Berg durften sie weder essen noch trinken. Und wenn ein Mann auf den Berg, über die Baumgrenze hinaus, gehen wollte, mußte er seine Schuhe ausziehen. Die Frauen durften den Berg nicht besteigen, weil sie unrein waren. Mädchen, die fünfzehn und jünger waren, durften ohne Schuhe auf den Berg. Aber ältere Mädchen und Frauen wurde das nicht erlaubt. So heilig hielt man den Berg.
Und man durfte auf dem Berg auch kein Gras ausreißen. Und kein Tier durfte über die obersten Bäume oder die Waldgrenze hinaus gehen. Die Menschen, die vor mir lebten, hatten solchen Glauben, wie hier erzählt wird.
 

Sage der Noaiden/Lappland
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