Ein armer Mensch fällte im Walde am Flussufer Bäume. Als er sie haute, schubbs! glitt die Axt vom Stiel, plumps! fiel sie ins tiefe Wasser des Flusses. Der Ärmste lamentierte: „O weh! Meine Axt! Futsch!
Wer wird sie mir herausfischen? Schade um mein handliches Beilchen! “Unterdessen humpelpahumpel kam ein uralter Greis heran gehumpelt und fragte: „Warum jammerst du so sehr? Was ist geschehen?“ „Ja, ja! Meine Axt ist dahin! Fiel ins Wasser, und eine andere zu kaufen bin ich nicht imstande, ich bin sehr arm. Womit werde ich jetzt die Bäume fällen und den Kindern das Brot verdienen?“ „Still! Jammere nicht! Ich werde sie heraus fischen!” Und so gleich rips! raps! warf er seinen Rock und sprang Plumps ins Wasser, hatte eine goldenen Axt hervor gebracht und sprach: „Da! Nimm dir! Ist das nicht deine Axt?“
„Ach nein! Ist nicht meine!“ antwortete der Ärmste. Wieder plumps! tauchte der Alte unter das Wasser, und kam nach einer Weile hopp!
aufrecht empor mit einer Axt von Silber. „Ist nicht meine! Ist nicht meine!“ schrie der Arme, als er sie kaum erblickte. Zum dritten mal plumpste er ins Wasser und brachte die eiserne Axt hervor. „Das ist mein Axtchen!
Das ist mein Axtchen!“ schrie der Ärmste voller Freuden. „Gott und dir sei Dank, dass ich meine Axt wieder erhalten habe.“
Er ergriff schnupps! die Axt aus jenes Hand und kehrt! marsch! wollte schon nach Hause laufen. „Ahoi! Ahoi!“ rief der Alte ihm nach und sprach: „Weil du ein so ehrlicher und zufriedener Mensch bist, hier! Ich schenke dir auch die goldene und die silberne Axt.“

Als er nun nach Hause kam plantsch! plantsch! alles plauderte, hörte es auch einer der Nachbarn, ein Nimmersatt. Der besann sich, lief heissi! in den Wald, und los! haute er zapp! zapp! in einen Baum von derselben Stelle, und seine Axt, die lose aufgebracht war, glitt schubbs! vom Stiel und plumps! ins Wasser. Nun fing er an: „O weh! O weh!“ zu jammern wegen seiner Axt. Humpelpahumpel ist der uralte Mann auch schon da.
„Was ist dir geschehen?“ „Mein Axtchen plumps! ist ins Wasser gefallen und versunken, wer wird es mir zusammen suchen?“ „Aber ich!“ rief der Alte, sprang hops! ins Wasser, kam nach einer Weile hopps! ins Wasser, kam nach einer Weile stehend mit der eisernen Axt: „Hier deine Axt!“ „
„Ist nicht meine! Ist nicht meine!“ antwortete der Nimmersatt. Wieder plumpste das Alterchen ins Wasser, kam nach einer Weile hopp! wieder mit der silbernen Axt. „Ist das die deine?“„Ist nicht meine! Meine war anders!“ antwortete der Nimmersatt. Zum dritten mal plumps! der Alte ins Wasser und hopp! wieder aus dem Wasser mit der goldenen Axt. „Das ist meine!“ schrie der Unverschämte auf voll Freuden. Aber während er so unverschämt log, wupps! war der Alte unter das Wasser getaucht und kam nicht mehr an die Oberfläche. Dem Nimmersatt ging husch! die goldene Axt an der Nase vorbei, er wartete und wartete, dass man ihm vielleicht eine diamantene Axt anbieten würde, vielleicht hockt er noch heute dort.

Quelle: Märchen aus Litauen
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