Tritt ein und lass dich verzaubern
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Goso
Es war einmal ein Mann, der hieß Goso. Goso liebte die Kinder sehr und wurde von ihnen wieder geliebt. Er versammelte täglich eine Schar von Kindern um sich unter einem Affenbrotbaum und erzählte ihnen viele schöne Geschichten. Als er eines Tages wieder so mit ihnen die Zeit verschwatzte, kam eine Gazelle; die kletterte auf den Baum, brach eine Frucht ab und warf sie hinunter. Die Frucht traf Goso an den Kopf und schlug ihm eine tiefe Wunde, an der er verblutete. Als er tot war, begruben ihn die Kinder und weinten bitterlich. Als sie nun so allein unter dem Affenbrotbaume saßen, sprachen sie zueinander: »Wir müssen Rache nehmen an dem, der unseren Freund getötet hat. Laßt uns ausfindig machen, wer die Frucht brach und warf.« Als sie darüber nachdachten, wer wohl der Täter gewesen sei, kamen sie überein, daß kein anderer als der Südwind zu jener Zeit in den Zweigen des Affenbrotbaumes gewesen sein könne, und sie beschlossen, ihn zu schlagen. Deshalb fingen sie ihn und wollten eben mit der Züchtigung beginnen, als er zu ihnen sprach: »Ich bin der Südwind! Was tat ich euch, daß ihr mich fangt und schlagen wollt?« Sie antworteten: »Wir wissen sehr wohl, wer du bist! Du hast unseren Freund Goso getötet. Denn du hast von dem Baume die Frucht gebrochen und mit ihr den tödlichen Wurf ausgeführt! Wie konntest du!« Da sprach der Wind: »Wäre ich ein Häuptling, glaubt ihr, daß eine Steinmauer mir ein Hindernis in meinem Wege sein könnte?« Da gingen die Kinder zur Steinmauer und schlugen die. Diese aber sprach: »Was schlagt ihr mich? Was tat ich euch.« Sie antworteten: »Steinmauer, du Feindin des Südwindes! Du warst ihm ein Hindernis; deshalb floh er in den Affenbrotbaum, brach eine Frucht und tötete mit ihr unseren Freund Goso. Du solltest dich schämen!« Die Mauer entgegnete: »Wenn ich ein Häuptling wäre, dürfte keine Ratte ein Loch in mich bohren.« Da gingen die Kinder hin und schlugen die Ratte. Sie rief: »Mich schlagt ihr? Warum? Was habe ich getan?« Man antwortete ihr: »Du Ratte, hast ein Loch durch die Mauer gebohrt mit deinen scharfen Zähnen; da hielt die Mauer den Südwind auf in seinem Lauf, und er stieg auf den Baum, brach eine Frucht und tötete unseren Freund Goso. Wie konntest du!« Da rief die Ratte: »Ach, wäre ich ein Häuptling! Keine Katze dürfte mich fressen!« Nun war es an der Katze, geschlagen zu werden. Auch sie fragte: »Was schlagt ihr mich? Was tat ich euch?« Die Kinder antworteten: »Katzen fressen Ratten; Ratten bohren Löcher in Mauern; Mauern hemmen Winde, und ein Wind war’s, der unseren Freund Goso tötete.« Die Katze jammerte: »Kein Strick dürfte mich binden, wäre ich ein Häuptling!« Sofort gingen die Kinder zum Strick und schlugen ihn. »Was tut ihr?« rief der. »Wer bin ich, daß ihr mich schlagt? Ich tat euch nichts!« Die Kinder aber antworteten: »Du bist der Strick, der die Katze bindet; die Katze frißt die Ratte; die Ratte bohrt Löcher in Mauern; Mauern hemmen Winde, und der Südwind