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Märchenbasar

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Die Braut des Häuptlings

Es war einmal ein Mann, der hatte zwei Töchter, die alt genug waren, um sich zu verheiraten. Eines Tages ging der Mann in ein anderes Dorf, in welchem ein mächtiger Häuptling lebte. Als er dort bei seinen Freunden war, fragten diese ihn nach den Neuigkeiten von seinem Kraal. Doch er wußte ihnen nichts zu erzählen, sondern wollte von ihnen wissen, was es in ihrem Stamme Neues gäbe. Da erzählte man ihm, daß der Häuptling ein Weib suche. Der Mann ging heim und sprach zu seinen Töchtern: »Welche von euch möchte einen Häuptling heiraten?« Da sagte die Älteste: »Ich, mein Vater!« Ihr Name war Mpunzikazi. Der Mann sprach: »Ich komme aus einem Dorfs, in welchem der Häuptling ein Weib sucht; du, meine Tochter, sollst zu ihm gehen.« Darauf berief er eine Anzahl von Leuten, die mit seiner Tochter ziehen sollten; sie aber sagte: »Ich will allein gehen.« Da sprach ihr Vater: »Wie kannst du, meine Tochter, solch unverständige Worte sagen? Ist es denn nicht unsere Sitte, daß ein Mädchen, wenn es zum Manne kommt, von Freunden dorthin begleitet werde? Sei nicht töricht, mein Kind!« Das Mädchen aber sprach: »Ich will allein gehen.« Da ließ ihr Vater sie gewähren. Auf dem Wege zu dem Kraal des Häuptlings traf sie eine Maus. Diese sprach: »Soll ich dir den Weg weisen?« Mpunzikazi entgegnete: »Gehe mir aus den Augen.« Da sagte die Maus: »Wenn du so unfreundlich bist, wirst du deine Wünsche nicht erfüllt sehen.« Als Mpunzikazi etwas weiter geschritten war, kam ihr ein Frosch entgegengehüpft. »Soll ich dir den Weg zeigen?« fragte der. Sie aber wandte sich unwillig ab, indem sie sagte: »Du? Du bist nicht wert, mit mir zu reden. Weißt du nicht, daß ich das Weib eines Häuptlings sein werde?« »Gut denn!« höhnte der Frosch. »Du wirst ja sehen, was noch alles geschehen wird.« Als das Mädchen müde geworden war, setzte es sich unter einen Baum, um auszuruhen. Nahebei war ein Knabe, der Vieh hütete. Er kam zu Mpunzikazi und sagte: »Wohin gehst du, meine Schwester?« Sie aber ward zornig. »Wer bist du,« rief sie, »daß du so zu mir sprichst? Gehe fort von mir!« »Ich bin hungrig,« sagte der Knabe, »willst du mir nicht etwas zu essen geben?« »Mach‘, daß du fort kommst!« rief sie noch einmal. Darauf setzte sie ihren Weg fort, und traf ein altes Weib, welches neben einem großen Steine saß. »Ich will dir einen guten Rat geben,« rief die Alte dem Mädchen zu. »Du wirst an Bäumen vorbeikommen, die werden dir ins Gesicht lachen; du aber bleibe ernst! Du wirst einen Sack mit dicker Milch sehen; iß nicht davon! Du wirst einem Manne begegnen, der wird seinen Kopf unter seinem Arme tragen; nimm von ihm kein Wasser an!« Das Mädchen indes verlachte die Alte: »Du häßliches Weib, wer bist du, daß du es wagst, mir einen Rat zu geben?« Die Frau aber wiederholte ihre Worte. Kurze Zeit darauf kam das Mädchen an einen Platz, auf dem Bäume standen. Diese lachten laut, und Mpunzikazi lachte auch. Am Wege

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