Tritt ein und lass dich verzaubern
Hier dreht sich alles um die phantastische Welt der Märchen und davon bekommst du jede Menge geboten. Über 4000 klassische und sehr viele brandneue Märchen warten auf dich.
Wie die Kräuterhexe ihren Wald verteidigte
Es war einmal eine Kräuterhexe namens Vanilla, ein sehr liebenswürdiges altes Weiblein, welche im Kräuterwald zu Hause war. Dort wuchsen die herrlichsten Gräser, Blumen und Sträucher. Aber es befand sich auch so manch giftige Pflanze darunter. Deswegen war es nicht ratsam, achtlos Pflanzen zu pflücken. Nur Vanilla wusste um die Wirkung der Natur im Kräuterwald Bescheid. In ihrer bescheidenen Hütte bewahrte sie das dicke, riesengroße Kräuterhexenbuch auf, welches schon ihre Ururururgroßmutter sehr zu schätzen wusste. Für jedes Wehwehchen war schließlich ein Kraut gewachsen, das mit dem richtigen Zauberspruch wahre Wunder vollbringen konnte. Viele arme Menschen kamen zur Kräuterhexe mit der Bitte, ihnen zu helfen. Diesem Wunsch kam sie gerne nach, fand sie es doch als ihre Aufgabe, den Menschen den richtigen Gebrauch der Kräuter zu vermitteln. Dabei spielte es keine Rolle, ob jemand Geld hatte oder mittellos war. Eines schönen Tages erkrankte König Rarirus an einer merkwürdigen Krankheit. Der König war ein selbstsüchtiger Mensch, der immer das Beste, das Neueste, das Größte, das Schönste besitzen wollte! Schließlich galt er als der reichste König weit und breit! So ließ er nach dem Arzt rufen, um zu fragen, was ihm denn fehlte. Dieser machte ein komisches Gesicht und sagte dann: „Eure Majestät! Euer Reichtum ist es, der Euch bedrückt! Leider gibt es dagegen noch keine Medizin!“ Über diese Worte geriet der König so in Wut, dass er den ungehobelten Arzt in den königlichen Kerker sperren ließ. Als nächstes sollte der königliche Zauberer zu ihm kommen. Der kannte bestimmt einen wirksamen Zauberspruch, der ihm helfen könnte, seine Schmerzen zu lindern. Doch auch der Zauberer schüttelte seinen Kopf und meinte: „Eure Majestät! Eure Krankheit vermag ich nicht wegzuzaubern! Aber wenn Ihr wollt, kann ich die Ursache, den Grund allen Übels, wegzaubern: Eure Besitztümer!“ Der König schrie aus Leibeskräften und befahl seinen Wachen, auch den Zauberer ins Verlies zu stecken. Wie Rarirus sich den Kopf über seine Genesung zerbrach, streckte neckend der königliche Hofnarr seinen Kopf zur Tür herein. Er wollte seinen Herrn etwas aufmuntern, was ihm nicht so recht gelingen wollte. Zornig schrie der König: „Wenn du mir nicht sagen kannst, was mir fehlt, dann verschwinde gefälligst wieder und lass mich in Ruhe nachdenken!“ Da begann der Hofnarr zu lachen: „Aber eure Majestät! Wie kommt Ihr darauf, dass Euch was fehlt? Im Gegenteil: Ihr habt zu viel! Verteilt doch alle Eure Besitztümer unter den Armen, so wird es Euch bald schon wieder gut gehen!“ König Rarirus traute seinen Ohren nicht. Was erlaubten sich Arzt, Zauberer und jetzt auch noch der Hofnarr? Er war der König und musste sich das nicht bieten lassen. Er entschied darüber, was er mit seinen Besitztümern anstellte, und er entschied auch darüber, dass der Hofnarr von nun an seine Zeit im Gefängnis fristen sollte. Wutschnaubend schrie er seine Dienerschaft an: „Ich befehle euch, sofort hinaus in die Welt zu gehen und nicht eher zurück zu kommen als ihr ein Mittel gegen meine Krankheit gefunden habt. Und wehe euch, ihr kommt ohne Erfolg zurück! Dann ergeht es euch wie den anderen