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Märchenbasar

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Aschen-Jörge

Es war einmal, ich weiss nicht wo, noch jenseits von siebenmal sieben Königreichen, eine arme Frau. Diese arme Frau hatte drei Söhne; der älteste betrieb das Schuster-, der zweite das Schneiderhandwerk, aber mit dem jüngsten war nichts anzufangen; immer lag er in der Asche; drum nannten sie ihn auch Aschen-Jörge. Die zwei älteren Burschen litten eine Weile, dass sie alles beschafften und ihr jüngerer Bruder nur ass und trank und sich in der Asche herumwälzte. Aber einstmals sagten sie ihrer Mutter, dass das nicht einmal der heilige Geist länger aushalten könnte, sie solle ihr Muttersöhnchen irgendwohin schaffen. Die arme Frau führte ihn auch in die Stadt, gab ihn bei einem Töpfer in die Lehre; aber schon anderntags war Jörge zu Hause und sagte, er wolle sich nicht mit dem Thon beschmieren und aus ihm würde, so lange die Welt steht, nimmermehr ein Töpfer. Dann brachten sie ihn zu einem Gerbermeister, aber auch von hier lief er fort, da er den Gestank nicht leiden mochte. Sie brachten ihn zum Schneiderhandwerk; aber das konnte er deswegen nicht ertragen, weil man dabei sitzen muss. Die arme Frau war schon so verzweifelt, dass sie gar nicht wusste, wo ihr der Kopf stand; die Burschen aber murrten so lange, bis sie wieder etwas versuchte und ihn nach der Stadt leitete. Wie sie gingen, trafen sie einen rotbärtigen Herrn auf der Landstrasse. Der fragte die Frau: »Wohin wollt Ihr, Muhme, mit diesem Bürschchen?« »Gnädiger Herr, ich bringe dies arme Bürschchen in einen Dienst, wenn ich ihn irgendwo unterbringen könnte; aber dass ich nur die Wahrheit sage, bisher konnte er in keiner Stelle bleiben, da er ein so fauler Strick ist.« »Macht nichts,« sagte der Herr erfreut, »gerade solchen Burschen suche ich. Bei mir wird er keinerlei Arbeit auf Gottes Erde haben, und dennoch gebe ich ihm so viel Lohn, dass er bei einem anderen nicht in zehn Jahren so viel verdienen würde.« Freute sich die arme Frau, aber Jörg noch mehr, und sagte auch gleich seiner Mutter, dass er zu diesem Herrn in Dienst gehen wolle, wenn er ihn auch gar nicht bezahlte, ihm nur genug zu essen gäbe. Der Herr schrieb den Vertrag, und als die arme Frau das Kreuz darunter setzte, fragte er sie: »Na, arme Frau, weisst du, wer ich bin, und wohin ich deinen Sohn führe?« »O bitte sehr,« verwahrte sich die Frau schüchtern, »ich frage nicht danach.« »So wisse, ich bin Durumo, der Höllenkönig, und führe deinen Sohn unter die Teufel.« Ach, erschrak da die arme Frau! Sie begehrte, dass der Vertrag verbrannt werde, aber Durumo antwortete: »Da kannst du lange warten!« Er versprach aber, dass sie nach einem Jahr in die und die Wildnis kommen solle, dort heisst eine Stelle »Durumos Winkel«, und dort werde er ihr dann ihren Sohn zurückgeben. Die arme Frau fand sich schweren Herzens darein; aber als sie heimging, da kam es ihr erst so recht zum Bewusstsein, in wessen Hände sie ihren Sohn gegeben hatte. Sie klagte ihren älteren Söhnen, wie unselig es ihr ergangen

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