Suche

Märchenbasar

Tritt ein und lass dich verzaubern

Hier dreht sich alles um die phantastische Welt der Märchen und davon bekommst du jede Menge geboten. Über 4000 klassische und sehr viele brandneue Märchen warten auf dich.

Märchenbasar-Trenner

Der Burghüter und seine kluge Tochter

Ein armer Burghüter hatte fünfzehn Kinder und nichts zu essen. Da nahm er eines Tages aus der Orgel den Speck, den sich der Herr Pfarrer dahin hatte versorgen lassen, und aß ihn allmählich mit seinen Kindern. Das letzte Stückchen aber zerschnitt er in kleine Teile, nahm die zwei Heiligen vom Altar, stellte sie mitten in die Kirche und machte ein kleines Feuer neben sie und lief dann zum Herrn Pfarrer und rief: „Ach Herr je, Herr Pfarrer! Die beiden Heiligen essen Euern Speck in der Kirche. Kommt, seht nur, wie sie ihn braten!“ Der Pfarrer eilte schnell hin, nahm die Heiligen im Zorn und warf sie gleich ins Feuer, dass sie verbrannten. „Ihr werdet mir keinen Speck mehr essen!“ rief er zufrieden. Allein bald bereute er, was er im Eifer getan hatte. Der Sonntag war nahe, und zudem sollte auch der König durchfahren und in die Kirche kommen. „Du bist schuld!“ sprach der Pfarrer zum Burghüter, „dass ich die Heiligen verbrannt habe. Jetzt siehe nur zu und schaffe Rat, sonst geht es dir schlecht!“ – „Herr Pfarrer“, sprach der Burghüter, „kümmert Euch nicht. Eure Nachbarn, der Oyns (Andreas) und der Gätz (Georg), sind zwei sanfte und friedliche Leute, die tun Euch den Gefallen und stellen sich hin als Heilige.“ Das war ein kluger Rat, und der Pfarrer ersuchte seine Nachbarn um die Gefälligkeit. Am Sonntag ganz früh gingen diese, schön angetan, wie die Heiligen gewesen waren, und stellten sich auf den leeren Platz. Da kam viel Volk zur Kirche, und es war großes Gedränge. Endlich kam auch der König, und es begann die kirchliche Handlung. Nach einiger Zeit blickte einer der Heiligen zum Fenster hinaus und rief seinem Nachbar zu: „Holla! wie gut hat es jetzt meine Kram. Sie ist in Eurem Garten und frisst Rüben!“ Als der andere das hörte, vergaß er, wo und was er war, sprang gleich hinunter und lief durch die Sakristeitüre hinaus. Der andere aber dachte: „Der erschlägt dir im Zorn die Kram“, und sprang ebenfalls hinunter und lief fort. Das Volk und der König waren erstaunt und wussten nicht, wie das zuging. Nach der Kirche fragte der König den Pfarrer: „Was ist das mit den Heiligen, warum liefen sie fort? Das ist mir noch nirgends vorgekommen!“ – „Ja, Herr König“, sprach der Pfarrer, „unsere Kirche ist ihnen zu klein und hässlich. Sie haben es schon seit lange nicht mehr aushalten wollen, und nun haben sie sich vermutlich vor Euch, Herr König, geschämt.“ Das war eine kluge Ausrede vom Pfarrer. Der König aber glaubte, es sei alles wirklich so, und das sei ein Wunder und Fingerzeig für ihn, und er tat seine milde Hand auf und gab dem Pfarrer eine große Summe Geldes und sprach: „Damit bauet eine große und schöne Kirche, dass sie fertig ist, bis ich wiederkomme.“ Die Gemeinde war sehr froh und baute sofort die Kirche. Als sie fertig war, ließen sie über den Eingang schreiben: „Wir leben ohne Sorgen!“ Da geschah es, dass der König wieder hinkam, und er besah die

Weiterlesen »

Gefällt dir das Projekt Märchenbasar?

Dann hinterlasse doch bitte einen Eintrag in meinem Gästebuch.
Du kannst das Projekt auch mit einer kleinen Spende unterstützen.

Vielen Dank und weiterhin viel Spaß