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Märchenbasar

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Kolja und das Wolkenschiff

Irgendwo in einem Winkel des großen und weiten russischen Reiches lebte ein Bauer mit seiner Frau und seinen drei Söhnen. Sie bewohnten einen kleinen armseligen Bauernhof und besaßen kaum mehr Federvieh, als die jämmerliche Kate an Platz zu bieten vermochte. Das wertvollste im ganzen Hause waren zwei Dinge: ein schwerer kupferner Samovar, in dem ständig Teewasser summte und brodelte. Dann war da der niedrige Ofen aus roten Ziegelsteinen, auf dem es sich in den langen Wintermonaten, während sibirische Kälte das Land beherrschte, gut faulenzen ließ. Gerade mit dem Nichtstun hielt es unser Bauer. Den ganzen Winter über dehnte und streckte er sich auf der warmen Ofenbank. Und von dort kam er nur weg, wenn er sich einen ordentlichen Schluck aus der dickbauchigen Branntweinflasche genehmigte, oder mit dem selbstgeschnitzten hölzernen Löffel laut und vernehmlich die tägliche Kohlsuppe schlürfte. So hielt er es in der kalten Jahreszeit.*** Wenn dann endlich die linden Frühlingslüfte über die endlos Steppe wehten, war er des Faulenzens so müde, daß er sich den kurzen Sommer über im weichen, duftenden Grase erholen mußte. Nun, das Bäuerlein konnte sich so ein Lotterleben leisten. Er hatte ja eine kreuzbrave Frau, die alle häuslichen Arbeiten verrichtete, den Hühnern Futter streute und selbst das kleine Feld bestellte. Die beiden ältesten Söhne waren nicht besser als der Vater. Im Gegenteil, sie taten es dem Bauern gleich; schlechte Beispiele verderben eben gute Sitten. Im übrigen hielten sich die beiden Söhne für schrecklich klug und bildeten sich bald ein, das Gras wachsen zu hören. Den jüngeren Bruder hingegen nannten sie einen Tölpel. Der junge Kolja hatte es zu Hause nicht allzu gut. Die überschlauen Brüder wurden von der Mutter stets verwöhnt. Sie bekamen die besten Bissen von ihr vorgesetzt und durften sich neben dem Vater auf der Ofenbank rekeln. Nur für den armen Kolja gab es keinen ruhigen Winkel und keinerlei Leckerbissen. Eines Tages kamen aus der fernen Kreisstadt berittene Boten des Großfürsten Igor auf den Bauernhof. Der Großfürst war ein gar mächtiger Mann, der als Steuereintreiber dem Herrscher aller Russen, dem Zaren, unterstand. Doch Väterchen Zar war weit, Igor und seine Trabanten schalteten und walteten so unerbittlich, wie sie es wollten. „He!“ schrien die Männer des Großfürsten bei ihrem Eintritt in die Stube. „Setzt ein großes Glas Branntwein vor. Wir wollen euch dafür gute Nachrichten bringen.“ „Eure Nachrichten kenne ich!“ rief der Bauer vom Ofen her. „Natürlich will der Großfürst wieder einmal Geld von mir haben. Doch bei mir gibt es diesmal nichts zu holen. Die Ernte war schlecht, die Hühner legen nicht…“ „Du redest zu viel!“ entgegnete unmutig einer der Boten. „Sagten wir nicht, daß wir gute Nachrichten bringen? Erweise uns also Gastfreundschaft, und du wirst es nicht bereuen.“ Die Bäuerin, die von Natur aus neugierig war, holte rasch eine Flasche Branntwein, ein rundes schwarzes Brot und eingemachte Essiggürkchen herbei. „Laßt es euch wohl sein“, sagte sie freundlich, während sie alles auf den Tisch stellte, „doch vergeßt dabei eure Neuigkeiten nicht!“ „Ihr habt doch drei Söhne“, meinte einer der Gesellen. „Zwei!“ rief der

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