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Märchenbasar

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Der Herrgott als Gevatter

Müde vom langen Umherwandern in der großen weiten Welt kam Gott der Herr mit seinem Begleiter, dem heiligen Petrus, abends zu einem reichen Bauern, dessen Gastfreundschaft sie in Anspruch nehmen wollten. Als sie aber denselben darum anredeten und um ein Nachtessen und eine Lagerstätte baten, wies sie derselbe ohne weiteres fort und sagte ihnen auf ihre Bitte, ein Schaf für sie zu schlachten, daß er deren nicht so viel habe, um für alle Landstreicher schlachten zu lassen. Der Unfreundliche hatte aber deren wohl über fünfhundert. Die Fremden ließen sich dies nicht zweimal sagen und gingen nun, in einem andern Haus einzusprechen. Da war ein Armer, der außer einer dürftigen Hütte nichts besaß als fünf Schafe, von denen jedes ein Lamm hatte. Indessen nahm er die Gäste freundlich auf, und als sie ihn baten, für sie eines seiner Schafe zu schlachten, sagte er: »Ei, ja doch! Warum nicht! Nur muß ich euch, liebe Leute, bitten, es selbst zu tun; ich habe keine Zeit dazu, denn eben liegt mein Weib in Kindsnöten.« Hierauf sprach der Herr: »Laß dir dies keine Sorge sein, ich bin wohl kundig, in derlei Fällen beizustehen, geh nur und sorge für uns.« Der Hausherr ging, schlachtete und bereitete für seine Gäste ein Abendessen, so gut er es vermochte; diese aber gingen in die Stube, wo das leidende Weib lag. Da ließ der Herr einen ruhigen Schlaf über sie kommen, so daß sie gar nicht wußte, wie sie von einem gesunden Knaben genas. Der Hausherr war hierüber sehr erfreut und bat beim Abendessen den Gast, welcher seinem Weibe so mildtätig beigestanden, zu Gevatter. Der Herr nahm dies freundlich an und gab dem vergnügten Vater einen Stock mit den Worten: »Nimm diesen Stock hier, er wird an meiner Statt immer des Kindes Gote sein, wenn ich nicht mehr bei dir bin. Wann immer du ihn in der Hand hältst, so gedenke mein!« Der Bauer nahm den Stock und hielt ihn stets hoch in Ehren. Am andern Tage, nachdem dies geschehen, verließen die Gäste das Haus des Armen, in welchem sie so freundlich aufgenommen worden waren. Sie hatten sich bei dem Hausherrn noch bestens bedankt, der ihnen seinerseits eine glückliche Reise wünschte. Viele Jahre waren indes vergangen, und des armen Mannes Sohn war groß geworden. Er sollte jetzt heiraten, aber vom Herrn Gote, der dabei notwendig behilflich hätte sein sollen, war seitdem nichts mehr zu hören und zu sehen gewesen. Der reiche Bauer, welcher jene Gäste damals so unfreundlich abgewiesen, hatte während dieser Zeit auch eine Tochter großgezogen, und eben jetzt war dieselbe zum Heiraten. Acht Freier mit ihren Beiständen und Gevattersleuten saßen eines Tages eben bei ihm zu Tisch, als ein armer alter Mann eintrat. Derselbe war bettelhaft gekleidet mit rauchgeschwärzter Mütze, so wie nur Almaschaner zu gehen pflegen. Dieser meldete sich bei dem reichen Bauer auch als Freiwerber. Der stolze Hausherr stellte sich aber, als er die Absicht des Alten hörte, hoch auf, denn er war in schönen Kleidern angetan und seine noch neuen Stiefel reichten fast bis unter

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