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Märchenbasar

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Der heilige Georg, die Lamia und die Schlange

Einstmals, als der heilige Georg noch als Mensch auf Erden wandelte, hatte er zwei Brüder. Er war Schäfer, ein stiller, verständiger Mann und wandelte auf Gottes Wegen, war aber dabei sehr stark, wie ein Löwe. Er hatte eine sehr schöne Frau, um die beneideten ihn seine Brüder und suchten eine Gelegenheit, ihm das Leben zu nehmen, damit ihnen die Frau zufiele. Nahe bei ihrem Dorfe führte ein Loch in die Erde hinein wie ein Brunnen, und niemand wußte, was darin war, denn wenn man jemand da hineinließ, kam er nie wieder heraus, weder lebendig noch tot. Auf dem Grund der Höhle standen zwei Widder, ein schwarzer und ein weißer, auch waren dort noch zwei Höhlen mit eisernen Türen, die eine führte in die Dunkelwelt, die andere in die Lichtwelt. Wenn man irgendeinen hineinwarf und er fiel auf den schwarzen Widder, so brachte der ihn in die Dunkelwelt und ließ ihn dort; fiel er aber auf den weißen, so brachte der ihn in die Lichtwelt. Als der heilige Georg einmal seine Schafe nahe bei diesem Brunnen hütete, schlief er unter einem schattigen Baume ein. Die Brüder hatten schon lange auf eine Gelegenheit gelauert, und jetzt hatten sie eine. Sie hoben ganz leise den heiligen Georg im Schlafe auf und schleuderten ihn in den Brunnen. Als er auf dem Grunde auffiel, erwachte er, erschrak, merkte aber gleich, daß ihm diesen Freundschaftsdienst seine Brüder angetan hatten. Zufällig war er auf den schwarzen Widder gefallen, und der brachte ihn in die Dunkelwelt. Dort herrschte ein Zar; alles war dort schwarz, die Menschen, die Tiere, auch der Zar selbst. Der heilige Georg fand dort auch schwarze Schafe und wurde Hirt wie vorher. Zu dem Palast des Zaren führte von weit her eine Wasserleitung, an deren Quelle war eine Lamia, die nährte sich nur von Menschenfleisch. Wenn sie einen Menschen verzehrt hatte, floß die Leitung einen Tag, wenn sie zwei gefressen hatte, zwei Tage. So fraß sie viele Menschen, und der Zar konnte keinen Menschen mehr finden, um ihn der Lamia zu überliefern und so das Wasser zum Fließen zu bringen, denn es war in der Dunkelwelt kein Wasser außer diesem. Der Zar suchte und suchte, konnte aber keinen finden, und so schickte er seine Tochter zu der Lamia. Die Zarentochter ging zu der Quelle, setzte sich unter einen Baum, weinte und wartete, daß die Lamia komme und sie fresse. Der heilige Georg war aber in der Nähe, sah das Mädchen einsam unter dem Baume sitzen und weinen, trat zu ihr und fragte sie, warum sie weine. Das Mädchen erzählte ihm alles, der heilige Georg hatte Mitleid mit ihr und sagte ihr, sie möge keine Angst haben, er wolle ihr beistehen und sie erretten. Da bat ihn das Mädchen weinend, er möge nicht fortgehen, sondern bei ihr bleiben. Das tat er; da er aber schläfrig wurde, legte er seinen Kopf in ihren Schoß, um ein wenig zu schlafen und sagte, sie solle ihn wecken, sobald die Lamia erscheine. So schlief der heilige Georg in ihrem Schoße

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