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Märchenbasar

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Die Verwandlung

Es war einmal ein rechtgläubiger Mann, der empfand das Verlangen, nach Mekka zu pilgern, und wollte eben die Pilgerschaft antreten. Jener Mann war reich und besass zwei Krüge voll Goldstücke. Er sann nach, wo er dieselben wohl aufbewahren könne. Er hatte einen Freund, einen jüdischen Schneider. »Nun,« sprach der Gläubige bei sich, »ich will sie dem Juden zur Aufbewahrung geben.« Hiermit that er oben in den Hals der Krüge Schmalz, denn er sagte sich: »Die Juden essen ja kein Schmalz; da wird mir der Jude, wenn ich ihm die Krüge gebe, nichts herausstehlen!« Somit gab er dem Juden diese Krüge zur Verwahrung und zog auf die Pilgerschaft. Die Frau des Juden begann eines Tages das Haus zu scheuern; dabei schlug sie unabsichtlich an den einen Krug, sodass derselbe zerbrach. Nun fielen natürlich die Goldstücke aus dem Kruge und kollerten umher. Sie raffte dieselben zusammen, rief ihren Mann her und sprach zu demselben: »Komm her und sieh!« Jener kam, sah hin und fand Goldstücke daliegen. Da untersuchte er den anderen Krug ebenfalls und fand auch Goldstücke. Er nahm nun die beiden Krüge, die zerbrochen waren (und beseitigte sie), legte die Goldstücke in einen Kasten, kaufte sich zwei andre Krüge voll Schmalz und liess die in seinem Hause stehen. Schliesslich kehrte der Mekkapilger wieder heim. Derselbe verweilte bei sich daheim zwei oder drei Tage, dann begab er sich zu dem Juden. Er sprach zu letzterem: »Gieb mir die Gegenstände, die ich dir zum Aufheben gegeben hatte!« Da gab ihm der Jude jene beiden Krüge voll Schmalz. Der Mekkapilger nahm die beiden Krüge und schaffte sie nach Hause. Er besah sich den ersten Krug und griff mit der Hand in den Hals hinein, fand aber unten keine Goldstücke, Ärgerlich und aufgebracht kehrte er wieder zu dem Juden zurück und fuhr ihn an: »Wo sind meine beiden Krüge, die ich dir hergebracht hatte?« Der Jude sah ihn an und erwiderte: »Jene, die du mir gebracht, hast du doch wiederbekommen!« Der Pilger rief: »Meine Krüge waren voll Goldstücke; nur oben befand sich Schmalz, unten aber Goldstücke!« Der Jude entgegnete: »Nun, da haben sich deine Krüge eben verwandelt!« Jetzt wurde der Pilger noch mehr aufgebracht, und der Streit der beiden ward immer heftiger. Schliesslich begaben sie sich zum Sultan Harun Arraschid. Der Mekkapilger begann vor dem Sultan: »Das Gesetz des Propheten spreche aus dir! Diesem Juden hier übergab ich zwei Krüge voll Goldstücke zur Verwahrung und pilgerte nach Mekka; als ich wieder zurückkehrte, fand ich Schmalz (statt Goldstücke)!« Der Jude aber blieb bei seiner Behauptung: »Sie haben sich vielleicht verwandelt.« Der Sultan entgegnete hierauf: »Gott, der gepriesen sei, hat allerdings Macht zu Allem! Geh wieder fort, mein Sohn, ich kann dir nicht Recht verschaffen!« Da ging der Pilger wieder heim, bekümmert wegen seines Geldes, das für ihn dahin war; denn das Geld ist ein Stück von der Leber! Als er so in seinem Kummer einher ging, begegnete ihm Abu Nowas. Der sprach zu ihm: »Was ist’s mit dir, Freund?« Der Pilger entgegnete: »Mein Geld hat ein

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