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Märchenbasar

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Kamer-taj, das Mondross

Es war einmal wo’s nicht war, der Lügen gibt’s ja viel hier auf Erden, es war einmal ein Padischah. Wie es nun geschah, genug er suchte und fand einmal eine – Laus. In damaliger Zeit wusste man noch nicht, was eigentlich eine Laus sei. Der Padischah rief seinen Lala herbei, sie guckten sich das Tierchen an, was das wohl sein könne und womit es sich nähre? Vielleicht gar mit Menschenblut? Jeden Tag schlachten sie daher ein Tier, nähren mit demselben die Laus, die so lang wuchs, bis sie so gross wie eine Katze ward. Dann fingen sie sie, zogen ihr das Fell ab und hingen dasselbe an’s Tor des Palastes und liessen verkündigen: dass wer es errate, von welchem Tiere das Fell sei, der würde des Padischahs Tochter zur Gattin erhalten. Viel Volk versammelte sich, man guckte sich das Fell von allen Seiten an, aber es fand sich niemand, der Antwort auf die Frage geben konnte. Die Kunde von diesem Felle verbreitete sich so sehr, dass auch ein Dew davon erfuhr. »Das kommt mir gerade recht,« dachte er sich, »seit drei Tagen habe ich nicht gegessen, wenigstens sättige ich mich an der Sultanstochter.« Er ging also zum Padischah, sagte ihm den Namen des Felles und verlangte sofort die Maid. »O wehe!« jammerte der Padischah, »wie soll ich diesem Dew meine einzige Tochter geben!« Er versprach ihm als Lösegeld für seine Tochter so viele Sklaven, als er nur haben wollte, aber alles vergeblich! den Dew gelüstete es nach der Sultanstochter. Der Padischah liess also seine Tochter herbeirufen und teilte ihr mit, dass sie sich zur Reise rüsten solle, denn ihr Kismet (Schicksal) habe sie einem Dew bestimmt. Vergeblich war alles Jammern und Weinen; man kleidete die Jungfrau an, während der Dew voraus ging, um auf dem Wege die Maid zu erwarten und zu übernehmen. Der Padischah hatte ein Ross, das man anstatt mit Wasser stets mit Rosenöl tränkte, dem man anstatt Heu stets Weinreben zu fressen gab. Mondross (Kamer-taj) war sein Name. Auf diesem Rosse wollte die Sultanstochter sich zum Dew begeben; sie wurde auf’s Ross gesetzt, Reiter gaben ihr das Geleite bis zur Wohnung des Dew. Als sie sich dem Dew näherten, kehrten die Reiter um und liessen die Maid auf dem Rosse zurück. Die begann zu beten, zu Allah zu flehen, damit er sie von dieser Teufelsbrut befreie. Da begann plötzlich das Mondross zu sprechen: »O Herrin, fürchte dich nicht! schliesse beide Augen und packe meine Mähne fest an.« Kaum dass sie ihre Augen schloss, so erhob sich das Ross, flog mit ihr von dannen und als sie die Augen öffnete, befand sie sich in einem Garten vor einem schönen Palaste, der weit draussen auf einer Insel im Meere sich befand. Der Dew ärgerte sich über das Verschwinden der Maid, aber »Ich werde dich schon finden!« murmelte er und trollte heim. In der Nähe der Insel fuhr ein Prinz mit seinem Lala auf dem Kahne einher. Auf dem Meeresspiegel erblickte er den Wiederschein des goldgelben Rosses und sagte seinem

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