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Märchenbasar

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Zauberers Töchterlein

Es war einmal ein Knabe, der auszog, um einen Dienst zu suchen; und als er so wanderte, begegnete er einem Manne, der ihn fragte, wohin er wollte. »Ja,« antwortete er, »ich gehe hinaus in die weite Welt, um mir einen Dienst zu suchen.« – »Da kannst du ja gleich mit mir gehen und bei mir dienen,« sagte der Mann; »ich brauche just einen solchen Knaben, wie du einer bist. Und du sollst auch einen recht guten Lohn bei mir bekommen: das erste Jahr einen Scheffel Geld, und zwei im zweiten, und drei im dritten; denn du mußt mir drei Jahre lang dienen und mir in allem und jedem gehorchen, und wenn es dir auch noch so sonderbar vorkommt. Aber du brauchst dich nie vor den Dingen, die ich dir befehle, zu fürchten, denn es ist nie eine Gefahr dabei, wenn du nur zu folgen verstehst.« Damit war die Sache abgemacht und der Knabe folgte dem Manne, bei dem er sich verdingt hatte, in dessen Wohnung. Und das war eine sonderbare Wohnung, denn er wohnte in einem Hügel mitten im wilden Wald; und der Knabe sah da keinen andern Menschen, als seinen Herrn; und der war ein gewaltiger Zauberer, der eine so große Macht über Menschen und Thiere hatte, daß es ganz entsetzlich war. Am darauffolgenden Tag sollte der Knabe seinen Dienst antreten. Fürs erste trug ihm der Zauberer auf, alle wilden Thiere des Waldes, die er gebunden hatte, zu füttern. Es waren sowohl Wölfe und Bären als Hirsche und Hasen, die der Zauberer in Herden und Hürden zusammengesammelt und in seinen Stall, der unter der Erde lag und wohl eine Meile lang und breit war, gebracht. Der Knabe verrichtete trotzdem seine Arbeit in einem Tage und der Zauberer lobte ihn und sagte, daß er seine Sache recht brav gemacht habe. Am nächsten Morgen sagte der Zauberer zu ihm: »Ja, heute brauchen die Thiere nicht gefüttert zu werden, denn sie bekommen nicht alle Tage etwas zu fressen. Jetzt will ich dir erlauben so lange zu spielen, bis sie wieder gefüttert werden müssen.« Darauf sagte der Zauberer noch einige Worte zu ihm, die er nicht verstand, und im selben Augenblick war aus dem Knaben ein Hase geworden, der in den Wald hinaussprang. Da konnte er freilich gut springen, aber das war auch nothwendig, und er mußte genug laufen; denn wer ihn nur immer erblickte, wollte auf ihn schießen, und die Hunde hetzten und setzten ihm bellend nach, sobald sie nur seine Fährte fanden. Jetzt war er ja das einzige Thier im Walde, denn der Zauberer hatte alle anderen unten in seinem Stall eingeschlossen, so daß alle Jäger des ganzen Landes große Lust hatten, dem Hasen einmal einen Treffer auf den Pelz zu geben. Sie hatten aber kein Glück dabei, denn es gab keinen Hund, der ihn einholen, und keinen Schützen, der ihn treffen konnte. Sie schossen immer und alleweil daneben, und der Hase lief und sprang immer weiter fort. Das war zwar ein sehr unruhiges Leben, aber endlich gewöhnte er sich daran,

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