Tritt ein und lass dich verzaubern
Hier dreht sich alles um die phantastische Welt der Märchen und davon bekommst du jede Menge geboten. Über 4000 klassische und sehr viele brandneue Märchen warten auf dich.
Der Hünentöter
Es war einmal ein reicher Kaufmann, der hatte drei Söhne. Jedem baute er ein großes steinernes Haus, und als er sterben sollte, rief er sie an sein Bett und sagte: „Ich habe viele Sünden, wenn ihr aber nach meinem Tode mit eurer Mutter eine Wallfahrt zur heiligen Waldkapelle im Morgenlande machet, so hoffe ich Vergebung zu erlangen.“ Die Söhne gelobten das zu tun. Nachdem aber der Vater begraben worden, vergaßen sie und ihre Mutter lange darauf. Nur einmal hörten sie in einer Nacht ein großes Gerumpel im Hause. Das wiederholte sich in der folgenden Nacht. In der dritten kam ein Priester und betete den Geist hinaus. Allein der Priester sagte, wenn sie die gelobte Wallfahrt am folgenden Tag nicht anträten, so würde der Geist immer wieder erscheinen. Da machten sich die drei Brüder mit ihrer Mutter auf den Weg, und jeder nahm eine Windbüchse mit. Abends schliefen sie in einem Walde. Sie hielten aber abwechselnd Wache, damit nicht Räuber oder wilde Tiere sie überfallen könnten. Zuerst wachte der Älteste, dann der Mittlere, und von elf bis ein Uhr sollte der Jüngste Wache halten. Aber er galt unter seinen Brüdern als ein Dummian, und sie sprachen untereinander: „Wir wollen ruhig schlafen, der kann auch bis zum Morgen Wache stehen!“ Sie hatten aber ein großes Feuer gemacht. Das schürte der Junge an und stellte sich darauf weit weg. Nur einmal kam ein fürchterlicher Löwe und gerade auf den Jungen los.“ Er nahm seine Windbüchse, und wie der Löwe nahe war, schoss er ihn nieder. Man hörte nur einmal: puck! und der Löwe war tot. Seine Mutter und seine Brüder schliefen fest. Der Junge nahm sein Messer, schnitt dem Löwen eine Pfote ab, steckte sie ein, schleppte ihn auf die Seite und bedeckte ihn mit Blättern. Er stellte sich wieder an seinen Platz. Da kam ein wilder Bär und geradezu auf ihn. „Der ist gefährlich!“ dachte er, „du musst einen sichern Schuss haben!“ ließ ihn ganz herankommen. Da erst drückte er los. Man hörte nur einmal: puck! und der Bär plumpste tot nieder. Er schnitt ihm auch eine Pfote ab und schleppte ihn zum toten Löwen und bedeckte ihn mit Blättern. Kaum war das geschehen, so stürmte ein Wolf herbei mit flammenden Augen und aufgesperrtem, grimmigem Rachen. „Der ist noch gefährlicher“, sprach der Junge bei sich: „jetzt musst‘ du dich zusammennehmen!“ Er ließ ihn ganz nahe kommen, bis der Lauf dem Wolf in den Rachen ging, schoss ihn glücklich nieder, schnitt eine Pfote ab, steckte sie ein und schleppte den Wolf zum Löwen und Bären und bedeckte ihn mit Blättern. Nun kam nichts weiter, und alles war ruhig. Da dachte er, er wolle doch sehen, ob in der Umgegend kein Haus zu entdecken sei, stieg auf den höchsten Baum und sah in der Ferne ein großes Feuer. Er warf seine Mütze nach der Richtung, stieg hinunter und ging dem Feuer zu. Dort sah er zu seinem Schrecken drei mächtige Hünen, welche einen Ochsen am Spieß brieten. Er kroch schnell auf einen nahen Baum,