Tritt ein und lass dich verzaubern
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Schneewittchen
Es war einmal ein König und eine Königin, die hatten nur ein einziges Töchterchen, das war aber auch das schönste Kind im ganzen Reiche. Jeden Morgen wusch und kämmte es die Mutter und zog ihm schöne Kleider an, und wenn es fertig war, schickte sie es in die Schule. Die Lehrerin aber putzte und schniegelte es von neuem, wenn die Schule aus war, und dann ging das Mädchen zum Essen nach Hause. So ging es Tag für Tag, und das Kind wusste nicht, wen es lieber habe, seine Mutter oder die Lehrerin. Eines Tags aber sagte die Lehrerin zu dem Kinde: »Höre, Marigo, willst du deine Mutter nicht umbringen und mich zu deiner Mutter machen, weil ich dich so schön schmücke und ziere und lesen lehre?« Da versetzte das Kind: »Wie soll ich es denn anfangen, um meine Mutter umzubringen?« – »Das werde ich dir schon sagen, denn wenn du nur willst, kannst du das sehr gut. Komm also her und sage mir, ob du sie umbringen willst.« – »Erkläre mir zuerst, wie ich es anfangen soll, damit ich sehe, ob es geht, und dann sage ich dir schon, ob ich es tun will oder nicht.« – »Also gut,« sprach die Lehrerin, »wenn du nun nach Hause kommst, so sage zu deiner Mutter: Mutter, ich will Feigen und Mandeln aus der großen Marmorkiste haben; und da du ihr einziges Kind bist, so wird sie den Mägden befehlen, dass sie dir welche geben. Da musst du aber sagen: Ich will sie nicht von den Mägden haben, sondern du sollst sie mir geben. Da wird sie aufstehn und zur Kiste gehn. Wenn aber der Deckel geöffnet wird, so darfst du ihn nicht von den Mägden halten lassen, sondern musst ihn selbst halten, und wenn dann deine Mutter den Kopf in die Kiste steckt, dann lass den Deckel fahren, damit er zufällt und sie totschlägt, und dann laufe fort und komme zu mir.« Als nun Marigo nach Hause kam, da verlangte sie von ihrer Mutter Feigen und Mandeln aus der großen Marmorkiste. Da stand die Mutter auf, um sie ihr zu geben, und als die Mägde den Deckel aufgehoben hatten, jagte sie Marigo weg und hielt den Deckel selber, und wie nun die Mutter den Kopf in die Kiste steckte, da ließ Marigo den Deckel fahren, und der fiel zu und schlug die Mutter tot. Darauf lief die Marigo zur Lehrerin und erzählte ihr, was sie getan hatte; der König aber ließ die Priester kommen und seine Frau begraben. Nach einer Weile sprach die Lehrerin wiederum zu dem Mädchen: »Marigo, willst du nicht deinem Vater sagen, dass er mich zur Frau nehmen soll, damit du mich zur Mutter bekommst, weil ich dich besser putze und schmücke als deine eigene Mutter?« Als das Mädchen am Abend nach Hause kam, sprach es zu seinem Vater: »Willst du nicht die Lehrerin zur Frau nehmen, die so hübsch ist und mich noch besser schmückt und putzt als meine eigene Mutter?« Der König aber versetzte: »Dann will ich