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Märchenbasar

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Märchenbasar-Trenner

Vom armen Mädchen, das Königin wurde

Eine Mutter hatte eine eigene Tochter und eine Stieftochter; ihre eigene Tochter schonte sie sehr, aber die Stieftochter trieb sie dauernd mit dem Vieh hinaus auf die Weide, gab ihr nichts zu essen und ließ sie ständig hungern. Doch die Stieftochter hatte unter dem Vieh, das sie hütete, einen jungen Stier, und wenn sie Hunger bekam, so rief sie nur: „Komm, Hörnerstierchen, Eichbaum erblühe, Goldfäden ziehe!“ Und sofort kam der junge Stier angelaufen, begann mit seinen Hörnern gegen die Eiche zu stoßen, und das Mädchen hatte sogleich Essen, Trinken und alles, was es auf der Welt gibt. Das spielte sich jeden Tag so ab, doch die Stiefmutter war neugierig geworden, wovon das Mädchen wohl lebte, und so befahl sie eines Tages ihrer eigenen Tochter, das Vieh auf die Weide zu treiben, um zu sehen, ob ihre Tochter auch ohne Essen auskäme. Diese hatte einmal gehört, wie die Stiefschwester den jungen Stier gerufen hatte. Als sie also das Vieh auf die Weide getrieben hatte, versuchte sie, den Stier ebenso zu rufen. Der Stier kam angelaufen, aber statt seiner Hörner in die Eiche zu stoßen, begann er, sie selbst mit seinen Hörnern zu stoßen. Abends trieb die Tochter das Vieh nach Hause und beklagte sich mächtig. Die Mutter wurde wütend, dass der junge Stier ihre Tochter so zugerichtet hatte, und verkaufte ihn den Juden zum Schlachten. Die Juden kauften den Stier. Als die Stieftochter davon erfuhr, begann sie bitterlich zu weinen und zu klagen und brachte ihm, bevor er geschlachtet wurde, in einem Bottich etwas Molke. Als der junge Stier sah, dass das Mädchen so großes Mitleid mit ihm hatte, bat er sie, nicht um ihn zu weinen, und sagte: „Wenn mich die Juden geschlachtet haben, so bitte sie um meine Därme. Wenn du sie ausspülst, wirst du darin etwas finden.“ Nachdem sie ihn geschlachtet hatten, gaben sie ihr die Därme. Sie ging damit ans Wasser, spülte sie und fand in ihnen einen goldenen Apfel; sie steckte ihn in ihren Busenausschnitt und ging nach Hause. Doch unterwegs musste sie erst über einen, dann über einen zweiten und schließlich über einen dritten Zaun steigen. Als sie sich über den letzten Zaun beugte, rollte ihr der Apfel aus dem Busenausschnitt und fiel ins Gras. Sie begann ihn zu suchen, suchte und suchte, konnte ihn aber nicht finden und kehrte weinend nach Hause zurück. Am nächsten Tag ging sie an die gleiche Stelle, an der sie den Apfel verloren hatte, und stellte staunend fest, dass dort über Nacht ein ganz herrlicher Apfelbaum gewachsen war, an dem so viele Äpfel hingen, dass sich seine Zweige bogen. Sie pflückte sich so viele Äpfel, wie sie wollte, aß sich daran satt und tat es jeden Tag. So ernährte sie sich nur von Äpfeln. Eines Tages fuhr ein Prinz vorüber. Da ihm ein so herrlicher Duft von Äpfeln entgegenkam, ließ er seinen Vorreiter halten und befahl dem Lakai, ihm einige Äpfel zu pflücken. Der Lakai ging zu dem Apfelbaum und erblickte die schönen Äpfel, die ihn geradezu anlachten, und

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