Tritt ein und lass dich verzaubern
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Das Wasser »Lebensmutter«
Einstmals schenkte der Geisterfürst dem Propheten Allahs, Salomo (Friede sei mit ihm!), ein Gefäß, in dem das Wasser ›Mutter des Lebens‹ aufbewahrt war. Allahs Prophet, Salomo, fragte nun einen ehrwürdigen Minister, namens Assaf: »Sagt an, mein Minister, was dünkt Euch? Ist es rätlich, die ›Mutter des Lebens‹ zu trinken oder nicht?« Antwortete der Minister Assaf: »Es ist besser, Ew. Majestät trinke, auf daß sie stets lebe bis zum Tage der Auferstehung.« Nun fragte der Prophet Salomo den ehrwürdigen Minister der Geister, namens Demarbath: »Sagt an, mein Minister, was dünkt Euch? Soll ich von diesem Wasser ›Mutter des Lebens‹ trinken oder nicht?« Antwortete der Minister Demarbath: »Trinkt, Herr, von dem Wasser, damit alle Krankheiten, die in Ew. Majestät Leib sich bergen, sich samt und sonders verlieren.« Nun fragte der König den ehrwürdigen Minister der Vögel, den Adler: »Sagt an, mein Minister, was ratet Ihr mir? Soll ich trinken oder nicht?« Antwortete der Minister Adler: »Majestät, trinket, auf daß Ihr wieder jung werdet!« Darauf fragte der König auch den Minister der vierfüßigen Tiere, den Löwen: »Sagt an, mein Minister, was dünkt Euch? Soll ich dies Wasser trinken oder nicht?« Antwortete der Minister Löwe: »Es ist schon besser, Ew. Majestät trinke, damit Ew. Antlitz an Schönheit erstrahle. Das weitaus verständigste und klügste Tier unter uns ist jedoch das Stachelschwein. Ew. Majestät befrage das Stachelschwein.« Nun fragte der König Salomo: »Wo weilt denn das Stachelschwein?« Minister Löwe antwortete: »Herr, das Stachelschwein ist noch in seinem Loche.« Da befahl König Salomo seinem Reitpferde: »Geh‘ schnell und hole mir das Stachelschwein!« Das Pferd lief eilends davon. Als es vor dem Loche des Stachelschweins angekommen war, rief es laut: »Heda, Stachelschwein, komm heraus! König Salomo läßt dich rufen, beeile dich und trete vor ihn!« Das Stachelschwein erwiderte: »Bitte, entschuldige mich vorerst beim Könige.« Das Pferd kehrte zum Könige Salomo zurück. Der ergrimmte ob des Verhaltens vom Stachelschwein; er wandte sich an den Hund: »Lauf‘, hole das Stachelschwein! Kommt es nicht gutwillig, dann bringe es mit Gewalt hierher!« – Der Hund ging schnell fort. Als er vor dem Loche des Stachelschweins angekommen war, rief er laut: »Heda, Stachelschwein, komm heraus! König Salomo, der Prophet Allahs, läßt dich rufen. Tritt vor ihn! Und bist du nicht willig, dann schaffe ich dich mit Gewalt vor das Antlitz Seiner Majestät.« Beim Ton der Stimme des Hundes fuhr das Stachelschwein zusammen und erschrak gar sehr. Schnell lief es zum König Salomo, es verneigte sich und warf sich vor ihm nieder. Salomo sprach: »Sagt an, Herr Löwe, erzähltest du mir nicht, daß das Stachelschwein das verständigste von allen Tieren ist? Ich ließ es durch mein Reitpferd, das erhabenste Tier, zu mir entbieten; es kam nicht. Nun, wo ich den gemeinen Hund sandte, kam es sogleich.« Der Minister Löwe teilte dem Stachelschwein die Meinung des Königs mit. Es erwiderte: »Ei, hochweiser Herr, die Majestät sprach recht. Begreifst du denn meine Beweggründe nicht? Das Pferd ist ein erhabenes Tier, es wollte mich nicht verleumden. Was ich sagte, berichtete es der Majestät. Der Hund ist aber