Tritt ein und lass dich verzaubern
Hier dreht sich alles um die phantastische Welt der Märchen und davon bekommst du jede Menge geboten. Über 4000 klassische und sehr viele brandneue Märchen warten auf dich.
Das Wettessen mit einem Troll
Auf einem Hof weit oben im Norden Europas lebte ein Bauer mit seiner Frau und seinen drei Söhnen. Der Bauer und seine Frau waren bereits sehr alt und betagt und es ging ihnen nicht gut. Der Hof war verschuldet und auch die Vorratskammer nur kärglich gefüllt. Also rief eines Tages der Bauer seine Söhne zu sich und sprach: „Wir haben doch auf unserem Anwesen noch diesen schönen Wald unten am Fjord. Wir sollten die Bäume fällen und damit endlich unsere Schulden bezahlen und auch die Vorratskammer für den Winter könnten wir aus dem Erlös des Holzverkauf dann wieder ordentlich füllen.“ Doch seine Söhne waren nicht so fleißig wie der Bauer. Sie liebten eher das Nichtstun und lagen die meiste Zeit nur faul in der Sonne rum. So dauerte es einige Zeit, denn der Bauer musste seine Söhne immer wieder drängen, endlich einmal zu arbeiten, bis sich eines Tages doch noch der älteste Sohn dazu bequemte, hinunter an den Fjord zu gehen, um die ersten Bäume zu fällen. Als dieser jedoch unten am Fjord den Wald ereichte, stand plötzlich zwischen den Bäumen ein großer Troll und sagte: „Das ist mein Wald, und wenn du nur einen einzigen Baum davon fällst, werde ich dich erschlagen!“ Als der älteste Sohn diese Worte vernahm, erschrak er fürchterlich, ließ seine Axt fallen und rannte voller Angst nach Hause. Völlig außer Atem kam er zu Hause an, wo ihn der Vater bereits erwartete. Als dieser hörte, dass sein Ältester vor einem Troll davon gerannt war, schalt er ihn einen Feigling und meinte, dass ihm so etwas früher nie passiert wäre. Am nächsten Tag machte sich der zweite Sohn auf dem Weg um sein Glück zu versuchen. Aber auch ihm erging es nicht viel besser als seinem älteren Bruder. Denn kaum hatte er den ersten Axtschlag gegen eine alte Tanne getan, stand plötzlich wieder dieser übergroße Troll zwischen den Bäumen und sagte: „Das ist mein Wald, und wenn du auch nur einen einzigen Baum stehlen wirst, werde ich dich erschlagen!“ Als der Bauernbursche diese Worte vernahm, bekam er eine so große Angst, dass er sich noch nicht einmal getraute, den Troll anzusehen. Laut schreiend ließ er seine Axt fallend und ergriff die Flucht. Daheim hatte der Vater bereits auf ihn gewartet. Als er sah das auch sein zweiter Sohn unverrichteter Dinge nach Hause gekommen war, schalt er ihn einen Feigling, und meinte kopfschüttelnd, dass ihm in seiner Jugend so etwas nicht passiert wäre. Am dritten Tag wollte Aschenper sein Glück versuchen. Er war der jüngste Sohn des Bauern und ein rechter Träumer. Meist saß er stundenlang am offenen Feuer und stak gedankenverloren mit einem Stück Holz in der Glut. So war es auch nicht verwunderlich, dass er mit der Zeit den Spitznamen Aschenper bekommen hatte, weil er ja immer in der Asche herum stocherte. Doch bevor er sich auf den Weg machte, bat er seine Mutter noch um etwas Wegzehrung, während seine Brüder bereits laut über ihn lästerten: „Ach du kleiner Träumer, wieso denkst denn du, dass