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Märchenbasar

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Der gnädige Herr und der Kutscher Hans

Es war einmal, der Himmel weiss wo, irgendwo war einmal ein grausam reicher, alter Herr. Als der nun gestorben war, begrub man ihn denn auch mit aller Pracht; allein man hatte gut ihn begraben, er ging doch jede Nacht als Gespenst um. Alles Beten für ihn, das viele Messelesen war rein umsonst; das Gespenst kam doch immer wieder und machte ein solches Getöse und Geklapper, jagte allen einen solchen Schreck ein, dass die Hausbewohner vor lauter Furcht fast schon verrückt waren. Besonders die verwitwete gnädige Frau nahm sich den Kummer und Gram gar sehr zu Herzen, und so sagte sie einmal in der Küche: »Ach, warum kann doch mein armer Mann selig keine Ruhe finden, dass auch wir endlich zum Frieden kämen. Aber eine Nacht um die andere das ganze Haus in solchen Schreck zu stürzen – -! Seit er tot ist, habe ich mich ja auch nicht einmal ordentlich ausschlafen können.« »Hei, da wüsste ich schon Rat, wenn die gnädige Frau die Sache mir überlassen wollte,« sagte da der Kutscher, der alte Hans. »Ich müsste nur für ein paar Tage hundert Gulden haben und einen Sarg. Da würde ich mich hineinlegen, und dann liesse mich die gnädige Frau hinuntertragen in die Gruft und schön neben den gnädigen Herrn hinstellen: so wahr mich Gott selig habe! ich wollt‘ es schon herauskriegen, weswegen mein armer gnädiger Herr immer noch als Gespenst umgeht.« Hans war ein alter Diener des Hauses, der mit dem Herrn zusammen aufgewachsen war und das Vertrauen der gnädigen Frau besass. So gab sie ihm denn die hundert Gulden und sagte ihm, dass er dieselben nur immerhin ganz behalten möge, wenn es ihm gelinge, aus dieser Not zu helfen. Auch den Sarg liess sie machen, wie er gewünscht. Das Geld vergrub Hans im Stalle und legte sich in den Sarg, der dann zugemacht und neben den Herrn in die Gruft hinuntergetragen wurde. Wie er ruhig da liegt, schlägt es auf einmal zwölf. Hans hört, wie der Sargdeckel des gnädigen Herrn aufspringt, da besinnt er sich nicht lange und wirft auch er den Deckel von seinem Sarge herunter; dann setzt sich der gnädige Herr auf, Hans ebenfalls; dann steigt der Herr aus dem Sarge heraus, und so thut auch Hans. »Ja, wie kommst denn du daher, Hans?« fragt nun der Herr, denn sie standen sich jetzt gerade gegenüber. »Gerade so, wie der gnädige Herr, unterthänigst zu dienen. Ich bin gestorben, und da hat man mich halt begraben.« »Und wohin willst du denn jetzt?« »Gerade dorthin, wohin der gnädige Herr, unterthänigst zu dienen.« »Aber ich gehe hinauf ins Haus, denn ich habe dort noch etwas zu besorgen.« »Das habe ich auch, gnädiger Herr, eben darum kann ich ja im Sarge keine Ruhe finden.« »Aber was in aller Welt willst denn du zu besorgen haben, Hans?« »Die Sache ist halt die, gnädiger Herr, dass ich, unterthänigst zu dienen, so ein kleines Sümmchen Geldes beisammen gehabt und das im Stalle vergraben habe, und da will ich nur mal nachsehen.« »Na, ich habe auch

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