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Märchenbasar

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Des Vaters letzter Wille

Es war einmal ein Greis, der hatte drei Söhne und eine Tochter. Als die Stunde seines Todes nahe war, rief er seine drei Söhne vor sich, und befahl ihnen die Schwester dem Ersten zu geben, der um sie freien würde, wer er auch immer sei. Einige Zeit nach des Vaters Tode kam ein Alter auf einem zweirädrigen Wagen und warb um das Mädchen. Die beiden älteren Brüder wollten es ihm nicht gleich zusagen, weil er alt und arm war, der jüngste aber bestand darauf, daß es ihm gegeben werde, indem er die Brüder an des Vaters letzten Willen auf seinem Todtenbette erinnerte. Da gaben sie denn dem Alten das Mädchen und dieser führte es fort in sein Haus. Nachdem eine Zeit verstrichen war, machte sich der älteste Bruder auf, die Schwester zu besuchen, und wie er hinkam, fand er sie in einem großen Hause, das nicht prächtiger sein könnte. Sie war sehr erfreut ihren Bruder wiederzusehen, und als er sie fragte wie sie lebe, antwortete sie ihm: »Gut, es könnte mir nicht besser gehen.« Als der Bruder gekommen war, hatte er den Alten nicht zu Hause gefunden, aber kurze Zeit darauf kam auch dieser heim, es war ihm lieb den Schwager bei sich zu sehen, und er sprach zu ihm: »Nun du gekommen bist, will ich dich bewirthen und unterhalten, nur sollst du mir zuerst mit meinem Pferde Gras holen, jedoch dieses nur an einer Stelle mähen, wo das Pferd mit den Füßen scharren, nicht aber dort wo es dir gefallen wird.« Und er antwortete ihm: »Gut, Schwager, das will ich thun,« bestieg hierauf das Pferd und ritt fort. Und wie er so ritt, kam er auf eine silberne Brücke, und wie er die Brücke erblickte, und daß sie ganz von Silber sei, da überfiel ihn so große Habsucht, daß er vom Pferde stieg und einen silbernen Balken losriß, bei sich sprechend: »Damit kann ich mir helfen.« Hierauf mähte er das Gras ab, wo es ihm genehm war, ohne zu warten bis das Pferd mit den Füßen scharrte, saß dann wieder auf und kehrte zurück. Nach Hause kommend führte er das Pferd in den Stall, legte ihm das Gras vor und ging dann hinein ins Haus. Wie er eintrat, fragte ihn gleich der Alte, ob er das Pferd versorgt habe, und ob es das Gras fresse? er antwortete: »daß er Alles gethan habe und das Pferd schon fresse.« Worauf der Alte sprach: »Gut, da muß ich selbst nachsehen.« Er ging hinaus in den Stall und sah dort das Gras unberührt vor dem Pferde liegen. Der Alte erkannte auch gleich, daß das Gras nicht gewählt worden sei, wie er gesagt hatte, deshalb geleitete er nun den Schwager unbewirthet hinaus, und bedeutete ihm, er möge nur wieder hingehen von wo er hergekommen sei. Wie dieser nach Hause kam, sagte er seinen Brüdern kein Wort wie es ihm bei dem Schwager ergangen war, sondern sprach zum zweitgebornen Bruder: »Der Schwager läßt dich grüßen und dir sagen, du mögest auch zu ihm auf Besuch

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