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Märchenbasar

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Vom tapfern Schuster

Es war einmal ein Schuster, der arbeitete den ganzen Tag, und konnte doch nicht genug verdienen um sorgenfrei zu leben. Eines Tages nun hatte er vier Grani verdient; da kam Einer vorbei und rief: »Was ich für schöne Ricotta habe! Schöne, süße Ricotta!« »Ei,« dachte Meister Joseph, »ich könnte mir wohl für drei Grani Ricotta kaufen. Wenn ich dann noch einen Grani verdiene, so kaufe ich mir für zwei Grani Brod, und halte ein herrliches Mittagsessen.« Also kaufte er für drei Grani Ricotta, und legte sie vor sich auf den Tisch, während er weiter arbeitete. Es war aber ein sehr heißer Tag, und die Fliegen setzten sich in Schaaren auf die weiße Ricotta. Da nahm Meister Joseph ein Stück Leder, schlug mit aller Macht auf die Ricotta und erschlug eine Menge Fliegen. »Ei,« dachte er, »ich bin doch ein tapferer Schuster; nun will ich in die weite Welt ziehen, und mein Glück versuchen.« Nun nahm er einige Zettel Papier und schrieb darauf: »Fünfhundert Todte und dreihundert Verwundete,« steckte diese Zettel zu sich, nahm auch die Ricotta mit, und wanderte fort. Wenn er nun in eine Stadt kam, so klebte er seine Zettel an den Straßenecken fest, und alle Leute verwunderten sich über den tapfern Schuster. Nun begab es sich, daß es auch dem König zu Ohren kam, der dachte: »Ein so tapfrer Mann könnte dir wohl nützen,« und ließ ihn vor sich kommen. »Bist du derjenige, der Fünfhundert getödtet und Dreihundert verwundet hat?« frug er ihn. »Ja wohl, königliche Majestät,« sprach der Schuster. »Wenn du denn so tapfer bist, so mußt du mir einen Dienst erweisen,« sagte der König. »Sieh, in jenem Walde haust ein furchtbarer, wilder Riese, dem müssen wir jedes Jahr einen Menschen opfern, daß er ihn fressen kann, sonst kommt er in die Städte, und ermordet uns Alle. Geh hin und tödte den Riesen, sonst lasse ich dir den Kopf abhauen.« »Ach, ich armer Mann,« dachte Meister Joseph, »jetzt bin ich gewiß verloren. Entweder frißt mich der Riese, oder der König läßt mir den Kopf abhauen.« Weil er aber schlau und listig war, so verlor er dennoch nicht den Muth, sondern kaufte etwas Gyps, und machte sich auf den Weg in den Wald. Unterwegs aber knetete er sich Kugeln aus Gyps und Ricotta, und steckte die Kugeln in die Tasche. Als er nun ein gutes Stück weit in den Wald hinein gewandert war, hörte er auf einmal einen großen Lärm, als ob jemand starke Aeste abbreche. »Aha,« dachte er, »da ist wohl der Riese,« und kletterte behende auf einen Baum. Nicht lange, so kam der Riese heran, der war furchtbar anzusehen, und brummte nur immer: »Ich rieche Menschenfleisch, ich rieche Menschenfleisch!« Als er nun die Augen aufhob, und Meister Joseph auf dem Baum sitzen sah, sprach er: »So, du bist es; komm doch herunter, ich habe dir etwas zu sagen.« »Geh fort,« rief der Schuster, »denn wenn du mich nicht in Ruhe lässest, so drehe ich dir den Hals um.« »Du kleiner Wicht,« rief der Riese und

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