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Märchenbasar

Der Bauer und der Bär

Ein Bauer fuhr dem Walde zu, Rüben zu säen. Er pflügte und arbeitete dort auf dem Feld, da kommt zu ihm ein Bär: “Bauer, ich werde dir die Knochen zerbrechen.” “Zerbrich mich nicht, Bärchen, wollen lieber zusammen Rüben bauen. Ich will mit den Wurzeln vorlieb nehmen, du aber sollst die Schöpfe haben.” “Gut”, sagt der Bär, “wenn du mich aber betrügst, so wage es nicht, noch mal zu mir in den Wald zu kommen!” Sprach`s und verschwand im Dickicht. Die Rüben waren gut geraten. Im Herbst wollte der Bauer sie herausziehen. Da kommt auch schon der Bär aus dem Dickicht: “Komm, Bauer, wir wollen die Rüben teilen, gib mir meinen Anteil.” “Gewiß doch, Bärchen, wollen teilen – dir die Schöpfe, mir die Wurzeln.” Der Bauer gab dem Bären das ganze Kraut, die Rüben aber lud er auf den Wagen und fuhr sie zum Verkauf nach der Stadt. Da kommt ihm der Bär entgegen: “Wo fährst du hin, Bauer?” “Ich fahr nach der Stadt, Bärlein, will die Rüben verkaufen.” “Lass mich doch mal kosten, wie schmecken denn die Wurzeln?” Der Bauer gab ihm eine Rübe. Kaum aber hatte er sie gefressen, da brüllte er auch schon los: “A-a! Hast mich betrogen, Bauer! Deine Wurzeln sind ja süß! Komm mir ja nicht mehr in den Wald nach Holz, ich brech dir die Knochen entzwei!” Im nächsten Jahr säte der Bauer Korn auf der gleichen Stelle. Er kommt das Korn zu mähen, da ist auch schon der Bär zur Stelle: “Diesmal sollst du mich nicht betrügen, Bauer, gib mir meinen Teil heraus!” Der Bauer sagt: “Ist mir recht, Bärlein. Nimm du also die Wurzeln, und ich nehme die Schöpfe.” Sie schnitten das Korn. Der Bauer gab dem Bären die Wurzeln, lud die Halme auf den Wagen und fuhr sie heim.
Der Bär probierte hin und her, wusste aber nichts mit den Wurzeln anzufangen.
Er ärgerte sich über den Bauern, und von da an besteht die Feindschaft zwischen Bär und Bauer.

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