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Märchenbasar

Die Drillingsdamen

Es war einmal ein junger Prinz namens Heinrich. Er war sehr mutig und tüchtig. Nun sollte er zum König gekrönt werden. Aber vorher musste er heiraten. Heinrich hatte sich in Drillingsdamen verliebt. Sie sahen alle gleich hübsch und zierlich aus, aber nur eine Dame war wirklich geeignet für den Prinzen. Er wusste nicht, welche er wählen sollte. Nur seine Groβmutter konnte ihm helfen, sie wusste auf alles eine Antwort. Heinrich besuchte sie und trug ihr seine Ratlosigkeit vor.
„Ach mein Kind! Wenn es nur das ist! Es gibt eine einfache Lösung. Nimm diesen Zaubertrank, den die Damen trinken müssen. Wenn sie ihn getrunken haben, können sie nur die Wahrheit sprechen. Dann stell ihnen diese drei Fragen. Du wirst die rechte Braut finden.” Damit übergab sie ihm ein Pergament und lächelte aufmunternd.
„Danke, liebe Groβmutter. Ich werde das sofort machen!”
Der Prinz lud die drei schönen Damen nacheinander zu sich in den wunderschön blühenden Garten ein. Die erste kam und der Prinz bot ihr ein Glas Wein an. „Probier diesen Wein, weil er die Antwort für unsere Zukunft enthält.” Die Dame trank den Wein und sah ihn daraufhin unfreundlich an. Nun fragte der Prinz: „Meine Dame. Was siehst du in mir?”
„Ich sehe, dass du steinreich bist.”
„Ich werde nicht König sein. Wirst du mich trotzdem noch lieben?”
„Was? Du wirst nicht König sein? Warum verschwende ich dann meine edle Zeit?”
„Liebst du mich?”
„Natürlich nicht. Du bist ein Lügner und zu arm für mich.” Die erste Dame war sehr böse und stapfte wütend aus dem Garten. Der Prinz sah ein, dass sie nicht die Richtige war. Dann kam die zweite Dame.
„Hier, probier diesen Wein, weil er die Antwort für unsere Zukunft enthält.”
Die zweite Dame trank den Wein und sah ihn nun widerwillig an. Der Prinz stellte die erste Frage und sie antwortete: „Ich sehe, dass du mächtig und bekannt bist.” Er stellte die zweite Frage.
„Was? Du wirst nicht König sein? Dann werde ich deinen Bruder heiraten. Nach dir wird er bestimmt König werden.”
„Liebst du mich?”
„Warum sollte ich? Du kannst mir nicht geben, was ich will.” Die herzlose Dame stolzierte aus dem Garten. Der Prinz war sehr traurig. Er hatte gedacht, dass die Damen doch alle sehr anmutig und liebreizend seien, aber nicht geahnt, dass sie so gierig und schrecklich waren. Heinrich hoffte, dass die letzte Dame nicht wie die anderen wäre. Sie kam und war prächtig gekleidet.
„Probier diesen Wein, weil er die Antwort für unsere Zukunft enthält.” Die Dame trank den Wein langsam.
„Meine Dame. Was siehst du in mir?”
Die Dame schaute den Prinzen an. „Ich sehe einen Teil von mir.”
„Ich werde nicht König sein. Wirst du mich trotzdem noch lieben?”
„Ja, natürlich! Ob du König bist oder nicht, das ist mir egal.”
„Liebst du mich?”
„Ich werde dich immer lieben.” Der Prinz hatte die rechte Braut für sich gefunden. Sie war wunderschön, zierlich und ehrlich. Sie heirateten und lebten glücklich bis an ihr Ende.

Prachi 2010

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