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Märchenbasar

Halmesch, Balmesch

Ein Zigeuner ging in die Arbeit zu einem Rumänen. Abends machte der Rumäne das Abendessen. Er schnitt Speck in eine Pfanne und briet ihn, dann schüttete er auch Käse über den Speck, dann machte er den Paluckes. Und sie aßen. Na, dem Zigeuner schmeckte diese Speise, und er fragte den Rumänen: »Was ist das?« – »Was soll es sein, Halmesch, Balmesch.« – »Nun, dies muß mir meine Frau auch einmal machen.« Er ging nach Hause, und auf dem Wege sagte er immer: »Halmesch-balmesch, Halmesch- balmesch«, bis er zur Brücke kam. »Halm… Na, jetzt habe ich das Wort vergessen, daß dich der Hund fressen sollte.« Wie sollt’ doch das Wort nur sein, es war aus, er wußte es nicht mehr. Als er in die Stube trat, sprach er zu seiner Frau: »Du Frau, diesen Abend habe ich eine gute Speise gegessen, die sollst du mir auch machen.« – »Ich. mache sie dir, sag mir nur, was es gewesen.« – »Ich habe das Wort vergessen, aber du bist die Frau, du mußt es wissen.« – »Aus was hatte der Rumäne sie gemacht?« – »Nun, er tat etwas in die Pfanne, ich weiß nicht mehr, was es war, aber warum bist du eine Frau, wenn du nicht einmal das weißt? Du bist nicht wert, daß du lebst, immer nur soll ich mich mit dir zanken, geh zum Teufel.« Schups gab er ihr eine Ohrfeige, dann nahm er ein Stück Holz und schlug sie in einem fort, bis ihr Knabe schrie: »Gib Friede, Vater, du machst aus der Mutter alles Halmesch-balmesch.« Da wußte der Zigeuner, was er zu Abend gegessen.

Petru Faur, Alzen
[Rumänien: Pauline Schullerus: Rumänische Volksmärchen aus dem mittleren Harbachtal]

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