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Märchenbasar

Altyn-saka Goldener Knöchel

Einstmals, vor langen Zeiten lebten ein alter Mann und sein Weib. Sie besaßen einen einzigen Sohn, Alan – saka Goldener Knöchel. Diesen Namen hatte er erhalten, weil er einen goldenen Knöchel sein eigen nannte. Überhaupt beherrschte er das Knöchelspiel besser als alle anderen. Eines Tages führte der alte Mann seine Pferde an den See zur Tränke.
Als er ans Wasser kam, sträubten sich den Tieren Mähnen und Schweife, sie scharrten mit den Hufen, wieherten unruhig und scheuten zurück: Jemand hatte sie an den Mähnen und an den Mäulern gepackt und ließ sie nicht trinken.
Was mag da vor sich gehen? dachte der alte Mann bei sich. Will rasch nach dem Rechten sehen. Kaum hatte er sich übers Wasser gebeugt, da packte ihn jemand an seinem Bart! Der Alte suchte sich loszureißen, doch alle Mühe war vergebens. Da merkte der Mann, daß sich die alte Ubyr, die böse Hexe, in seinem Bart verkrallt hatte. Er hub zu flehen an: „He, Ubyr, gib mich frei, halt mich nicht fest! Will dir auch hundert Hammel schenken!“ „Deine Hammel brauche ich nicht!“ erwiderte sie. „Will dir ein ganzes Pferdegeschirr schenken, aber gib mich frei!“„Ich brauche auch deine Pferde nicht.“ „Was soll ich dir sonst geben?“
„Gib mir, was du nur einmal in deiner Jurte hast.“ Der alte Mann war so erschrocken, daß er gar nicht überlegte, was er nur einmal in seiner Jurte hatte. „Gut.“ Er willigte ein.
„Ich will’s dir geben, aber laß mich in Frieden ziehen!“ Die Ubyr gab ihn frei und ermahnte ihn: „Bedenke, du kannst dich nirgendwo vor mir verstecken! Ich finde dich an jedem Ort!“
Der alte Mann kehrte heim. Erst jetzt erriet er, was die Hexe von ihm gefordert hatte: Was er nur einmal besaß, war sein Sohn – Altyn -saka. Der Alte grämte sich zutiefst, erzählte seinem Weib und dem Sohn jedoch nichts von dem, was ihm widerfahren war. Er sagte nur: „Wir wollen mit unserem Hab und Gut weiterziehen, die Gegend ist hier zu unwirtlich.“ Sie zogen an einen anderen Ort und stellten ihre Jurte auf. Anderntags begann Altyn – saka seinen goldenen Knöchel zu suchen. „Wo ist mein goldener Knöchel!?“ Der Vater sprach: „Wahrscheinlich haben wir ihn an unserer alten Wohnstatt vergessen.
Aber kehre nicht dorthin zurück. Die Hexe Ubyr wird dich holen.“ Alsdann erzählte er, was ihm am See wiederfahren war. Altyn – saka hörte aufmerksam zu und sprach: „Ich fürchte die Ubyr nicht! Sie soll mich nicht bekommen! Sag mir nur: Auf welchem Pferd darf ich reiten?“ Der Vater versuchte den Sohn von seiner Absicht abzubringen, doch er bestand auf seinem Willen: Ich habe keine Angst vor der Ubyr und reite hin. Der Vater merkte, daß er seinen Sohn nicht umstimmen würde. „Sei’s drum!“ sagte der Vater.
„Mag es nach deinem Willen geschehen, reite zurück. Geh ins Gestüt, schwenke den Korok, schüttle das Zaumzeug und, welches Pferd auf dich zugetrabt kommt, auf dem reite fort.“
Altyn –saka ging auf die Pferdekoppel. Er schwenkte den Korok und schüttelte das Zaumzeug, da kam ein mageres, grindiges Fohlen angetrabt. Altyn – saka jagte es fort, ging zu seinem Vater und fragte: „Vater, sag an, auf welchem Pferd soll ich reiten?“
„Ich habe dir doch gesagt: schwenke den Korok und schüttle das Zaumzeug!“
Abermals ging Altyn – saka auf die Koppel.Er schwenkte den Korok und schüttelte das Zaumzeug, da kam wieder das grindige Fohlen angetrabt. Wahrscheinlich muß ich auf ihm fortreiten, dachte Altyn – saka. Kaum hatte er mit der Hand das Fohlen im Genick berührt, da fiel das schmutzige Fell von ihm ab. Kaum hatte er das Zaumzeug angelegt, da stand das Fohlen vor ihm, kräftig und gestriegelt. Kaum hatte er es aus dem Indek geführt, da war das Fohlen zu einem stattlichen, großen Roß geworden. Kaum hatte er ihm den Sattel aufgelegt, da verwandelte sich das Roß zum besten Traber im Gestüt. Fragte es Altyn – saka: „Wohin reitest du, Jeget?“ „Ich reite zu unserer alten Wohnstatt zurück, will meinen goldenen Knöchel suchen“, erwiderte Altyn – saka. „Dort erwartet dich die böse Ubyr“, entgegnete das Roß. „Sie wird dir sagen: steige vom Pferd und nimm deinen Knöchel. Du aber höre nicht auf sie und springe um nichts in der Welt von meinem Rücken. Wenn du meinen Rat nicht befolgst, so ist es dein Untergang, die Ubyr wird dich verschlingen! Sei geschickter als der Falke, beuge dich einfach hinab und reiße den goldenen Knöchel an dich.“ Altyn – saka galoppierte zum alten Nomadenplatz. Am Feuer saß die alte Ubyr und wärmte sich die Hände.
Altyn – saka rief: „Großmutter, gib mir meinen goldenen Knöchel zurück!“
„Ach Söhnchen“, erwiderte die Ubyr, „hier liegt doch dein Knöchel, spring vom Pferd und hol ihn dir selbst. Mich schmerzt mein Rücken, kann mich gar nicht recht bücken.“ Da beugte sich das Roß zur Erde, und Altyn – saka ergriff geschickt seinen Knöchel. Der Falbe jagte mit Windeseile davon. Die Ubyr aber heulte vor Wut, sprang auf, spie einmal aus, da stand ein schwarzes schweres Pferd vor ihr, sie spie zum zweiten Mal aus, da lagen die Zügel vor ihr. Die alte Ubyr sprang auf ihr Pferd und nahm die Verfolgung auf. Altyn – saka preschte auf seinem Falben dahin, die alte Ubyr folgte ihm auf ihrem schwarzen schweren Pferd. Fast hätte sie den Flüchtigen eingeholt, da strauchelte ihr Roß. Es schnaufte, hinkte und fiel zurück.
Die böse Ubyr zerrte das Tier an der Leine, stieß ihm die Hacken in die Flanken, doch vergebens, das Pferd fiel in langsamen Schritt. Die Hexe raste vor Wut und verschlang vor Ärger ihr Pferd. Alsdann setzte sie zu Fuß die Verfolgung fort.
So jagte die Ubyr weiter und trieb sich selber an – sie schlug sich mit den geballten Fäusten auf den Rücken und in die Seiten. Endlich hatte sie den Falben eingeholt und biß ihn in den rechten Huf. Das Roß galoppierte auf drei Läufen weiter. Doch die alte Ubyr blieb nicht zurück, abermals holte sie das Roß ein und biß es in den linken Lauf. Mit letzter Kraft schleppte das Roß Altyn – saka von der Hexe fort. Auch dessen Kräfte waren erschöpft.
Das Roß schleppte sich zum See und sprach: „Ich kann nicht mehr weiter! Will mich vor der alten Ubyr im See verstecken, du aber klettre geschwind auf jene Eiche dort. Sobald meine Wunden verheilt sind, trag ich dich fort.“ Also sprach das Roß und tauchte unter im See. Altyn – saka aber kletterte geschwind auf die Eiche am See und setzte sich in ihre Krone. Kam die böse Ubyr gerannt, erblickte Altyn – saka auf der Eiche und brüllte: „Jetzt hab ich dich, will dich vom Baum runterholen und verspeisen!“ Sie spie einmal aus, da lag eine Axt vor ihr. Die alte Ubyr zog einen Zahn aus ihrem Maul und begann die Axt an ihm zu wetzen. Alsdann hub sie an, die Eiche zu fällen. Die Späne flogen in alle Richtungen.
Der Lärm lockte eine Füchsin an. Sie fragte: „Großmutter, warum fällst du die Eiche hier?“ „Siehst du nicht, wer auf der Eiche sitzt?“ gab die Hexe zur Antwort.
„Ich fälle die Eiche, damit ich diesen Jegeten packen und fressen kann!“
Die Füchsin blickte am Baum hoch und erblickte den braven Reitersmann. Sie verspürte Erbarmen mit ihm und schlug der Ubyr vor: „Du bist schon alt. Laß mich dir die Eiche fällen!“ „Nein, nein“, erwiderte die böse Ubyr. „Ich fälle die Eiche allein, ich fresse den Jegeten allein.“ Die Füchsin aber gab keine Ruhe: „Ich will die Eiche fällen, und du kannst den Jegeten verspeisen!“ Die Hexe reichte der Füchsin die Axt, legte sich unter die Eiche und fiel in tiefen Schlaf. Die Ubyr schlief und schnarchte fürchterlich. Funken sprühten aus ihren Nasenlöchern, und schwarzer Qualm wölbte sich. Die Füchsin warf Axt und Schleifzahn in den See, sammelte alle Späne ein und preßte sie an die verwundete Stelle. Sie spuckte drauf und beleckte sie, die Späne wuchsen an den Stamm, und die Eiche stand heil und unversehrt.
Als die Füchsin ihr Werk vollendet hatte, sprach sie: „Leb wohl, Jeget!“ Und lief davon. Die alte Ubyr erwachte, betrachtete die Eiche und sprach: „Was müssen meine Augen sehn? Die Eiche steht heil und unversehrt, als hätte ich sie gar nicht gefällt!“ Lange schimpfte die alte Ubyr über die Füchsin. Dann spie sie einmal aus, da lag die Axt vor ihr. Die Ubyr zog den zweiten Zahn aus ihrem Maul und hub an, die Axt zu wetzen. Sie wetzte sie und blickte zu Altyn – saka auf: „Will die Eiche fällen und dich fressen!“ Die Ubyr wetzte die Axt und begann den Baum zu fällen.
Nach allen Seiten flogen Späne, die Eiche zitterte und schwankte, gleich würde sie zu Boden stürzen.

Kam eine Füchsin gerannt und fragte: „Was machst du da Großmütterlein?“ „Ich fälle die Eiche.“ „Weshalb?“ „Will diesen Jegeten herunterholen und verschlingen.“ Sprach die Füchsin: „Mach dir nicht die Mühe! Laß mich lieber die Eiche fällen!“ „Nein, nein“, knurrte die Ubyr, „ich tu’s allein! Ich fresse auch den Jegeten allein!“ „Will dir die Eiche fällen, du magst den Jegeten verspeisen!“ entgegnete die Füchsin. „Nein!“ schrie die Ubyr. „Ich gebe dir nicht meine Axt. Hier ist schon eine Füchsin gewesen, hat versprochen, mir zu helfen, und mich betrogen!“ „Von welcher Farbe war sie denn?“ fragte die Füchsin.
„Rot!“ erwiderte die Ubyr. „Großmutter, glaube nie den roten“, riet ihr die Füchsin.
„Die sind alle Betrüger. Vertraue nur uns, den schwarzen.“ DieUbyr hob den Blick – in der Tat, vor ihr stand eine schwarze Füchsin. Sie reichte ihr die Axt, streckte sich aus und hub alsbald zu schnarchen an – aus dem Mund sprühten Funken, aus den Nasenlöchern wölkte Rauch. „Die schwarze Füchsin schleuderte hurtig Axt und Schleifzahn in den See, legte die Späne an die verwundete Stelle, spuckte drauf, beleckte sie, und die Späne wuchsen an. Wieder stand die Eiche unversehrt. Die Füchsin nahm Abschied von Altyn – saka und lief fort. Nach einer Weile erwachte die böse Ubyr. Sie blickte an der Eiche hoch und hub zu kreischen an: „Was müssen meine Augen sehen? Die Eiche ist wieder heil!“ Die Ubyr spie einmal aus, da lag die Axt vor ihr. Alsdann zog sie den dritten Zahn aus dem Maul und hub an, die Axt zu wetzen. Danach begann sie die Eiche zu fällen. Dabei schimpfte sie aus tiefstem Herzensgrund über den Jegeten und über die Füchsin. Fast zur Hälfte hatte die böse Ubyr schon den Baum gefällt. Altyn – saka blickte herab und dachte bei sich: Nun finde ich keine Rettung mehr vor der bösen Ubyr! Just in diesem Augenblick kam eine weiße Füchsin gerannt. Sie blieb vor dem Baum stehen und sprach zur Hexe Ubyr:
„Großmutter, ich will dir helfen, laß mich die Eiche fällen!“ „Mach dich fort, solange du noch heil und gesund bist!“ schrie die Ubyr. „Zweimal haben die Füchsinnen mich schon betrogen und sich davon gestohlen!“ „Von welcher Farbe waren sie denn, Großmutter?“ fragte die Füchsin. „Die eine hatte ein rotes Fell, die andere ein schwarzes“, antwortete die Ubyr. „Glaube niemals den roten und den schwarzen, Großmutter“, sprach die Füchsin, „die betrügen alle. Glaube nur uns weißen Feldfüchsinnen. Ich betrüge dich nicht, ich helfe dir!“ Die Ubyr gab der Füchsin die Axt und legte sich schlafen. Die Füchsin aber warf Axt und Schleifzahn in den See, sammelte hurtig die Späne und legte sie an die verwundete Stelle. Alsdann spuckte sie drauf und beleckte sie, da wuchsen sie an. Sprach die Füchsin: „He, Jeget, dreimal habe ich dir geholfen, hab mein Fell mit schwarzem und weißem Lehm gefärbt, auf daß die böse Ubyr mich nicht erkennt. Nun kann ich dir mit nichts mehr helfen!“ Sie nahm Abschied von ihm und lief davon. Die Ubyr erwachte und kreischte: „Was müssen meine Augen sehen? Die Eiche steht, als hätte sie niemals einer gefällt!“ Sie spie einmal aus, da lag die Axt vor ihr. Dann zog sie sich den letzten Zahn und hub ab, die Axt zu wetzen. Alsdann begann sie, die Eiche zu fällen. Schlug mit der Axt auf den Baumstamm ein und brabbelte vor sich hin: Werd mir von keinem mehr helfen lassen!“ Die Späne flogen nach allen Seiten, die Eiche schwankte und ächzte, gleich würde sie stürzen. Da merkte Altyn – saka, daß es für ihn keine Rettung mehr gab vor der alten Ubyr. Er saß auf dem Baum und dachte nach:
Was tun? Plötzlich kam ein Rabe geflogen und ließ sich in der Krone der Eiche nieder.
Altyn – saka hub an, den Vogel zu bitten: „He, guter Rabe! Fliegst überall hin, kommst überall herum. Fliege zu unserem Nomadenlager, suche meine Hunde Akkulak und Aktyrnak und sag ihnen, daß sie mir zu Hilfe eilen mögen!“ „Nein, ich fliege nicht fort“, entgegnete der Rabe. „Mag die alte Ubyr dich nur holen: Dann bekomme auch ich einen Teil ab von der Beute!“ Er setzte sich wartend auf dem Baum zurecht. Altyn – saka blickte sich suchend um, ob er nicht von irgendwoher Hilfe erwarten könnte? Kam eine Elster zur Eiche geflogen. Altyn – saka bat sie: „He, liebe Elster! Fliegst überall hin, kommst überall herum. Fliege zu unserem Nomadenlager und sage meinen Hunden Akkulak und Akryrnak, daß sie mir rasch zu Hilfe eilen mögen!“ „Weshalb sollte ich dahin fliegen?“ gab die Elster zur Antwort. „Wenn die Ubyr dich frisst, bekomme ich auch etwas ab!“ Diese Worte stimmten Altyn –saka noch trauriger. Nun geht es mit mir zu Ende, dachte er bei sich. Just in diesem Augenblick kreiste ein Schwarm Spatzen über seinen Kopf. Altyn – saka rief sie an: „He, meine Freunde, ihr grauen Spatzen! Fliegt zu unserem Nomadenlager, sucht meine Hunde Akkulak und Aktyrnak und sagt ihnen: Die alte Ubyr will euren Herrn umbringen!“ „Wir suchen sie! Wir suchen sie! Wir sagen es ihnen! Wir sagen es ihnen!“ tschilpten die Spatzen und flogen geschwind davon. Sie flogen zum Nomadenlager und fanden die Hunde. Die aber waren schon überall umhergelaufen, hatten ihren Herrn gesucht und waren davon so erschöpft, daß sie wie tot umgefallen und eingeschlafen waren. die Spatzen pickten sie in die Ohren und huben sie zu wecken an. endlich hatten sie es geschafft und tschilpten: „He, Akkulak und Aktyrnak! Lauft rasch zur alten Eiche am See und rettet euren Herrn – die böse Ubyr will ihn verschlingen!“ Akkulak und Aktyrnak sprangen auf und jagten Altyn – saka zu Hilfe. Die Spatzen flohen ihnen voraus, die Hunde folgten ihnen, der Staub wirbelte auf. Als die alte Ubyr die Staubwolke sah, fragte sie Altyn – saka: „Jeget, schau, weshalb wirbelt der Staub so hoch auf dem Weg?“ „Mir zur Freud und dir zum Leid!“ erwiderte Altyn –saka. Die böse Ubyr vernahm das Hundegetrappel und fragte: „Jeget, sprich, was bedeutet das Donnergrollen?“ „Mir zur Freud und dir zum Leid!“ erwiderte Altyn –saka. Inzwischen waren Akkulak und Aktyrnak herbeigeeilt, stürzten sich auf die böse Ubyr und wollten sie in Stücke reißen. Da erschrak die Ubyr, schleuderte die Axt in den See, sprang hinterdrein und tauchte ins tiefe Wasser.
Sprachen die Hunde zu Altyn – saka: „Wir stürzen uns auf die Ubyr im See, du aber hab Acht auf das Wasser: Wenn wir die Hexe töten, so wird sich der See schwarz färben.
Wenn die Hexe hingegen uns umbringt, so färbt sich das Wasser rot.“ Also sprachen die Hunde und sprangen in den See. Das Wasser hub zu brodeln an, und hohe Wellen schlugen ans Land. Altyn – saka hielt aufmerksam Ausschau und sah, wie das Wasser sich rot zu färben begann. Na, dachte er bei sich, nun hat die Ubyr meine Hunde getötet! Er blickte noch einmal genauer hin, da sah er, wie das Wasser sich schwarz färbte. Altyn – saka freute sich von Herzen, lachte und rutschte den Baumstamm hinab. Akkulak und Aktyrnak sprangen aus dem Wasser und schüttelten sich, daß die Tropfen sprühten. „Warum färbet sich das Wasser im See zuerst rot?“ fragte Altyn – saka. Aktyrnak antwortete: „Weil die alte Ubyr uns zuerst angriff und mir ein Ohr abriß. Doch dann haben wir sie rasch überwältigt!“
Nach den Hunden stieg auch der Falbe aus den Wassern. „Schwing dich auf meinen Rücken, Jeget“, sprach er, „will dich heimwärts tragen!“ So kehrte Altyn – saka wohlbehalten ins Nomadenlager zurück. Vater und Mutter freuten sich von Herzen und richteten ein festliches Mahl. Sie riefen alle Verwandten und Bekannten zu Gast. Neun Tage aßen sie, neun Tage tranken sie, neun Tage trieben sie fröhliches Spiel.
*
Baschkirisches Märchen

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