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Märchenbasar

Der Fuchs und die Qualle

In jenem Wald hauste aber ein Fuchs. Einst war dieser Fuchs schwarz. Einmal ließ er’s sich einfallen, einen Wettlauf mit einer Quappe zu veranstalten. Der Fuchs lief zum Fluß und rief: „Garstige Quappe, bist du da?“ — „Ja“, antwortete die Quappe. „Morgen früh wollen wir einen Weitlauf stromaufwärts veranstalten.“ — „Einverstanden“, antwortete die Quappe. Sie tauchte hinab, versammelte alte Quappen des Flusses und sagte: „Der Fuchs will mit mir um die Wette laufen. Darum will ich euch längs des Ufers aufstellen, und wenn der Fuchs angelaufen kommt und fragt: >Garstige Quappe, bist du da?<, so stecke immer eine den Kopf aus dem Wasser und antworte: >Ja!< So werden wir dem überheblichen Fuchs eine Lehre erteilen.“
Als am nächsten Morgen die Sonne aufging, lief der Fuchs zum Fluß und rief: „Garstige Quappe, bist du da? — „Ja“, antwortete die Quappe. Nun lief der Fuchs am Ufer entlang, immer stromaufwärts, die Quappe aber tauchte unter. Der Fuchs rannte so schnell er konnte, als er müde war, blieb er stehen und rief: „Garstige Quappe, bist du da?“ Weit vorn tauchte der Kopf einer Quappe aus dem Wasser und antwortete: „Ja!“
Der Fuchs rannte nun noch schneller, so daf; er bald von Kräften kam und ihm die Zunge aus dem Maul hing. Als er die vereinbarte Stelle erreichte, wartete dort schon eine Quappe. „Bist du aber langsam“, sagte sie spöttisch. „Ich warte schon lange auf dich. Kannst nicht mal eine garstige Quappe einholen! Wie soll man dich nennen, Fuchs? So ein Wort gibt es gar nicht!“
Bei dieser Rede errötete der überhebliche Fuchs von der Schnauze bis zum Schwanz. Und blieb sein Lebtag rot.

Quelle:
(tuwinisches Märchen)