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Märchenbasar

Die drei goldenen Äpfel

Es waren einmal drei Brüder. Der Jüngste hatte drei goldene Äpfel, und um sie ihm wegzunehmen, brachten seine Brüder ihn um, und begruben ihn auf einem Berg. Auf dem Grabe wuchs später ein Schilfrohr. Eines Tages kam dort ein Schäfer vorbei und schnitt von dem Schilfrohr ein Stück ab, um sich eine Flöte zu machen. Der Schäfer begann zu spielen, aber anstatt Töne von sich zu geben, sprach die Flöte:Spiel’, spiel’, oh Schäfer,
meine Bruder haben mich getötet
für drei goldenen Äpfel,
die sie am Ende nicht einmal mitgenommen haben.

Als der Schäfer dies hörte, rief er einen Köhler herbei und gab ihm die Flöte. Der Köhler fing an, zu spielen, aber die Flöte sagte:

Spiel’, spiel’, oh Köhler,
meine Brüder haben mich getötet …

So ging die Flöte von einem zum anderen, bis sie schließlich in die Hände des Vaters und der Mutter des Toten gelangte. Und wieder sagte die Flöte:

Spiel’, spiel’, mein Vater,
spiel’, spiel’, meine Mutter,
meine Brüder haben mich getötet
für drei goldenen Äpfel,
die sie am Ende nicht einmal mitgenommen haben.

Sie riefen den Schäfer und der sagte ihnen, wo er das Schilfrohr abgeschnitten hatte. Sie gingen hin und fanden dort die Leiche mit den drei goldenen Äpfeln.

[Portugal: T. Braga: Contos tradicionaes do povo portuguez]

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