Suche

Märchenbasar

Klara und der Elfenprinz

2
(4)

Es war einmal in einem kleinen Dorf namens Sternthal, versteckt in einem Tal, das von hohen, schneebedeckten Bergen umgeben war. In diesem Dorf lebte eine junge Frau namens Klara, die für ihre Klugheit und Güte bekannt war. Klara wohnte mit ihrer Großmutter, die ihr von Kindheit an Märchen und Weisheiten erzählt hatte.

Eines kalten Winterabends, als Klara gerade Holz für den Kamin sammelte, bemerkte sie ein schwaches Leuchten hinter einem Busch. Neugierig schob sie die Zweige beiseite und fand eine kleine, glänzende Kreatur, die vor Kälte zitterte. Es war ein winziger Elfenjunge mit Flügeln so durchsichtig wie Glas.

„Oh, du armes Ding,“ sagte Klara mitleidig. „Komm mit mir, ich werde dich wärmen.“

Sie nahm den kleinen Elfenjungen in ihre warme Hand und trug ihn vorsichtig in ihre Hütte. Dort wickelte sie ihn in ein weiches Tuch und setzte ihn nahe dem Kamin. Nach einer Weile begann der Elf zu sprechen.

„Vielen Dank, edle Klara,“ sagte er mit einer Stimme, die wie Glocken klang. „Ich bin Finn, der Elfenprinz. Meine Familie und ich leben im verborgenen Tal der Elfen. Heute Nacht wurde ich von einem Sturm überrascht und konnte nicht mehr nach Hause finden.“

Klara lächelte und sagte: „Mach dir keine Sorgen, Finn. Du kannst hier bleiben, bis du stark genug bist, um zurückzukehren.“

In den nächsten Tagen pflegte Klara den kleinen Prinzen und erzählte ihm Geschichten über ihr Dorf und ihre Familie. Finn war sehr dankbar und versprach, Klara eines Tages zu belohnen.

Eines Morgens, als der Sturm endlich nachgelassen hatte, sagte Finn: „Es ist Zeit für mich, nach Hause zu gehen. Doch bevor ich gehe, möchte ich dir ein Geschenk machen.“ Er hob seine kleine Hand, und ein feiner, silberner Staub fiel auf Klara.

„Dieser Staub ist magisch,“ erklärte Finn. „Er wird dir drei Wünsche erfüllen. Denke gut darüber nach, was du dir wünschst.“

Klara dankte Finn und verabschiedete sich von ihm. Sie wusste, dass sie die Wünsche weise nutzen musste. Als sie nachdachte, beschloss sie, zuerst das Wohl ihres Dorfes zu sichern.

„Mein erster Wunsch ist, dass unser Dorf immer von Krankheiten und Leid verschont bleibt,“ sagte sie leise. Der silberne Staub schimmerte auf und verschwand. Von diesem Moment an war Sternthal ein Ort der Gesundheit und des Wohlstands.

Ihr zweiter Wunsch war für ihre geliebte Großmutter. „Ich wünsche mir, dass meine Großmutter ein langes und glückliches Leben führen kann.“ Wieder glitzerte der Staub, und Klara wusste, dass ihre Großmutter nun in Frieden und Glück altern würde.

Der dritte Wunsch bereitete Klara am meisten Kopfzerbrechen. Sie wollte etwas für sich selbst wünschen, aber sie wusste nicht genau was. Nach vielen Überlegungen entschied sie sich: „Ich wünsche mir die Weisheit, immer die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Von diesem Tag an lebte Klara ein erfülltes Leben. Sie führte das Dorf mit großer Weisheit und Freundlichkeit, und ihre Großmutter erzählte weiterhin ihre wundersamen Geschichten. Das Dorf Sternthal blühte und gedieh, geschützt durch Klaras kluge Wünsche und Finns magischen Staub.

Und so wurde die Geschichte von Klara und dem Elfenprinzen von Generation zu Generation weitergegeben, als Beispiel für die Kraft von Güte, Weisheit und den wahren Wert von Wünschen. Und Klara? Sie lebte glücklich bis an ihr Lebensende, stets mit einem weichen Lächeln auf den Lippen und einem warmen Herzen.

© Mario Eberlein

Wie hat dir das Märchen gefallen?

Zeige anderen dieses Märchen.

Gefällt dir das Projekt Märchenbasar?

Dann hinterlasse doch bitte einen Eintrag in meinem Gästebuch.
Du kannst das Projekt auch mit einer kleinen Spende unterstützen.

Vielen Dank und weiterhin viel Spaß

Skip to content